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Scharfe Kritik an Millionen-Boni bei AIG

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03.02.2010 | 17:37

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Scharfe Kritik an Millionen-Boni bei AIG

Mit neuen Bonuszahlungen an seine Manager hat der US-Versicherungskonzern AIG scharfe Kritik auf sich gezogen. Die Boni von insgesamt rund 100 Millionen Dollar (gut 70 Mio. Euro) sollten am Mittwoch ausgezahlt werden, war aus Unternehmenskreisen zu erfahren. AIG hatte die weltweite Finanzkrise nur deshalb überlebt, weil die US-Regierung zu ihrer Rettung etwa 180 Mrd. Dollar in den Konzern pumpte.

Erhalten sollen das Geld den Angaben zufolge auch die Angestellten der Finanzmarktsparte von AIG, die den Konzern durch riskante Spekulationsgeschäfte an den Rande des Zusammenbruchs gebracht hatten. Heute gehört das Unternehmen zu 80 Prozent dem Staat.

Nach massiven Protesten gegen hohe Boni bei AIG im vergangenen Jahr hatte die Versicherung eine Verminderung der Zahlungen in diesem Jahr vereinbart. Darauf ließen sich nach Unternehmensangaben 97 Prozent der Angestellten in der Finanzmarktsparte ein. Sie sollen insgesamt 20 Millionen Dollar weniger erhalten als ihnen theoretisch zustünden. Zum Ausgleich zahlt die Versicherung ihnen die Boni bereits jetzt. Wer der Reduktion nicht zugestimmt hat, soll das Geld im März erhalten. Dann ist voraussichtlich nochmals eine Dollar-Summe im zweistelligen Millionenbereich fällig.

Der von der US-Regierung eingesetzte Sonderbeauftragte für die Manager-Bezahlung in staatlich geretteten Unternehmen, Kenneth Feinberg, kritisierte die Zahlungen bei AIG. "Ich teile den Ärger darüber", sagte er dem Sender ABC. Er verwies aber darauf, dass der Konzern wegen geltender Verträge zu den Zahlungen verpflichtet sei. "Das sind alte Verträge aus Großvaters Zeiten, die aber Rechtskraft besitzen", sagte er. Er werde sich dafür einsetzen, von den Geldern "soviel wie möglich zurückzubekommen".

AIG wies in einer Erklärung darauf hin, dass die Bonuszahlungen an Angestellte gingen, die "freiwillig eine Reduzierung ihrer Zahlungen" hingenommen hätten. Etwa 200 Angestellte hätten sich dazu bereiterklärt. Im vergangenen Jahr hatte AIG mit Bonuszahlungen von 160 Mio. Dollar einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Empfänger hatten daraufhin eine Rückzahlung von 45 Mio. Dollar zugesagt; davon gingen nach US-Regierungsangaben bisher aber nur 19 Mio. Dollar ein.

Neben AIG plant einem Zeitungsbericht zufolge auch die Bank of America umfangreiche Bonuszahlungen. Die Bank stelle dafür mehr als vier Mrd. Dollar bereit, berichtete das "Wall Street Journal". Die Empfänger können mit durchschnittlich 300.000 bis 500.000 Dollar rechnen. Nur ein Viertel davon solle sofort ausgezahlt werden; der Rest bestehe aus Wertpapieren und Optionen, die in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des Unternehmens erst nach drei Jahren ausgezahlt werden sollen.

(APA/AFP)

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