Deutsche Banken und Sparkassen bauen weiter Filialen ab
Deutschlands Kreditinstitute dünnen ihr Filialnetz weiter aus. Allerdings verlangsamte sich der langjährige Trend im Krisenjahr 2009, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte. Die Institute setzten demnach im harten Wettbewerb um Kunden weiterhin vor allem auf die Filiale als klassischen Vertriebskanal - obwohl dieses Angebot im Vergleich zum Online- oder Telefonbanking aufwendiger ist.
Insgesamt sank die Zahl der Zweigstellen von Banken und Sparkassen in Deutschland von 39.565 im Jahr 2008 um 124 auf 39.441 im Jahr 2009, bestätigte die Bundesbank frühere Angaben. Dies entspricht einem Rückgang von 0,3 Prozent. Die Gesamtzahl der Kreditinstitute sank um 2,2 Prozent auf 2.121.
1999 waren Kunden in Deutschland noch beinahe 60.000 Filialen zur Verfügung gestanden. Seither wurden stetig, aber mit nachlassendem Tempo, Zweigstellen geschlossen: Im Jahr 2006 betrug der Rückgang noch 8,5 Prozent, im Jahr 2007 1,2 Prozent und 2008 nur noch 0,6 Prozent.
In der Finanzkrise habe die Hausbank an Bedeutung gewonnen. Daher wollen nach der Studie 41 Prozent der deutschen Banken ihren Filialbetrieb im laufenden Jahr ausbauen und etwa Geschäftsräume modernisieren, um den Aufenthalt für Kunden angenehmer zu gestalten.
Die Bundesbank geht dennoch davon aus, dass das Filialnetz mittelfristig weiter ausgedünnt wird. Um Kosten zu senken, wolle jedes vierte Institut bis 2012 weitere Zweigstellen schließen.
In der Eurozone insgesamt sank die Zahl der Kreditinstitute stärker als in Deutschland. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) waren zum Jahresanfang 8.076 Institute im Euroraum ansässig. Das waren 274 oder 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist insbesondere auf Spanien zurückzuführen, wo mit 50 Instituten mehr als jedes zehnte (10,5 Prozent) verschwanden.
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