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Dialog-backdrop Das strahlende Geschäft mit der EnergieversorgungFür die Energiekonzerne gab es bei AKW im Bezug auf den Gewinn ein "goldenes Fenster". Das Unglück in Japan könnte die Spielregeln für die Atombranche nun ändern. Die Kette von Unglücken im japanischen Kernkraftwerk Fukushima wird die weltweiten Spielregeln für Atomkonzerne ändern. Experten rechnen beispielsweise damit, dass das Unglück die Betriebskosten für die Kraftwerke verteuern könnte, oder die Energiekonzerne ihre Reaktoren nun auf Wunsch der Politik doch nicht mehr so lange betreiben können, wie bisher geplant. Ein erstes Anzeichen dafür dürfte das dreimonatige Atom-Moratorium in Deutschland sein und der Beschluss, sieben Meiler mindestens für diesen Zeitraum stillzulegen. Noch bis vergangene Woche war die Atombranche mit der Rentabilität ihrer Kernkraftwerke mehr als zufrieden. Vor allem Kraftwerke, deren Investments schon abgeschrieben seien, sind wahre "Cashcows". Gemeinsam mit Wasserkraftwerken sei Betrieb und Unterhalt am unteren Ende des Spektrums, schreibt der Branchenverband World Nuclear Association auf seiner Homepage. Für die Energiekonzerne gibt es "definitiv ein goldenes Fenster", sagt der französische Energie-Experte Mycle Schneider. In Ertrag und Dauer beziffern lässt sich dieses jedoch nur schwer. Abhängig sei es vom Alter des Reaktors, vom Strompreis und der Menge des produzierten Stroms. Wie viele Energiekonzerne denn an einem AKW verdienen, kann man nur schätzen. Oft wird dies im Geschäftsbericht nur in einem größeren Zusammenhang ausgewiesen, also beispielsweise gemeinsam mit den Kohlekraftwerken, erzählt Tobias Kitz, Analyst bei der Bank Merck Finck. Einer Faustregel zufolge wirft ein bereits abgeschriebenes, noch gut in Schuss befindliches AKW etwa eine Million € pro Tag ab - zieht man davon die jährliche Wartungszeit ab, lässt sich der Gewinn für die Energiekonzerne etwa abschätzen. Die deutschen Versorger werden durch das dreimonatige Moratorium jedoch kaum in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Im Gegenteil, durch die Abschaltung der AKW könnte der Strompreis steigen. Damit müssten die Energiekonzerne nicht unbedingt negativ aussteigen, meint Kitz. Weit weniger komfortabel ist die Situation für die Anlagenbauer. Diese kämpfen mit steigenden Kosten, beispielsweise beim finnischen Reaktor Olkiluoto-3. Dessen Baukosten haben sich in vier Jahren von 2,5 auf 5,5 Milliarden € mehr als verdoppelt. Die Bereitschaft zur Finanzierung sinkt auch in den USA. Banken verlangen Staatsbürgschaften von bis zu 100 Prozent der Baukosten. Areva Der französische Atomtechnik-Spezialist Areva folgt knapp hinter Toshiba. Das 2001 gegründete Unternehmen ist nicht nur in Frankreich stark, das 75 Prozent seiner Energie aus Kernkraft bezieht und 58 AKW unterhält, sondern u. a. auch in Großbritannien. Insgesamt ist Areva in mehr als 100 Ländern vertreten, beschäftigt 50.000 Mitarbeiter und setzt 9,5 Milliarden € um. General Electric Weniger dramatisch als bei der Konkurrenz fiel die Talfahrt an den Börsen für den US-Mischkonzern General Electric aus. Und das, obwohl General Electric den Bau des Katastrophen-Kraftwerks Fukushima I vor mehr als 40 Jahren leitete. Der Konzern mit Sitz in Fairfield, Connecticut ist jedoch breit aufgestellt. Er erwirtschaftete zuletzt umgerechnet 107,5 Milliarden €. Mitsubishi In Österreich vor allem als Automarke bekannt, ist auch der japanische Mitsubishi-Konzern als Atomkraft-Anlagenbauer tätig. Der 1870 gegründete Konzern setzt sich aus mehr als 200 Unternehmen aus Bereichen wie Elektrotechnik, Bergbau, etc. zusammen. In die Sparte Mitsubishi Heavy Industries, die zuletzt 20,3 Milliarden € erlöste, fällt das Engagement in Nuklearenergie. RosAtom Mit dem russischen Monopolisten RosAtom will Siemens stärker zusammenarbeiten, und eine solche Kooperation verspricht lukrativ zu sein: Die Staatsholding RosAtom, die aus dem ehemaligen russischen Atomministerium hervorgegangen ist, will in den nächsten zehn Jahren 26 neue Atomkraftwerke bauen. Der Anteil der Kernenergie soll von 20 auf 30 Prozent steigen. Siemens Das deutsche Unternehmen setzt ebenso nach wie vor auf Atomkraft und baut derzeit - wie auch Areva - einen neuen Reaktorblock im finnischen AKW Olkiluoto. Allerdings strebt der 76 Milliarden € Umsatz schwere Konzern seit Längerem den Ausstieg aus einem Atom-Joint Venture mit Areva an und ist auch im Bereich alternativer Energien, etwa im Bau von Windkraftanlagen, aktiv. Toshiba Weltgrößter AKW-Bauer ist der Toshiba-Konzern. Vor allem seit er 2006 für 5,4 Milliarden US-$ die US-Traditionsfirma Westinghouse schluckte, gilt das seit 1875 existierende Unternehmen mit Sitz in Tokio als Branchenprimus. Inklusive seiner anderen Sparten beschäftigt der Technologiekonzern mehr als 200.000 Mitarbeiter und setzt umgerechnet 29,5 Milliarden € um. mehr Unternehmen…
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