von APA/dpa | 11.09.2011 | 15:59
Deutsche Strom-Importe schnellen seit Aus für AKW nach oben
Frankreich, Tschechien und Österreich profitieren von der Abschaltung der deutschen AKW am meisten.
München/Berlin. Nach der Abschaltung von acht Kernkraftwerken im März sind die Stromeinfuhren aus Frankreich und Tschechien stark angestiegen. Das berichtet das Magazin "Focus" unter Berufung auf Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft für das erste Halbjahr.
Importe aus Frankreich und Tschechien steigen
Demnach flossen zwischen Jänner und Juni aus Frankreich 10,4 Milliarden Kilowattstunden Strom und damit 51 Prozent mehr elektrische Energie als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Die Einfuhren aus Tschechien erreichten laut "Focus" 5,6 Milliarden kWh. Das sei 673 Prozent oder fast siebenmal höher als 2010. Aus beiden Ländern sei in erster Linie Atom- und in geringerem Maße Kohle-Strom nach Deutschland importiert worden.
Drittgrößter Exporteur im ersten Halbjahr war nach dem Bericht Österreich mit gut drei Milliarden kWh. In diesem Fall führte Deutschland aber gleichzeitig fast acht Milliarden kWh selbst produzierte Energie in die Alpenrepublik aus.
Österreichische Energieversorger werden Deutschland wie berichtet mit thermischen Reservekapazitäten dabei helfen, um auch ohne das Wiederanfahren eines bereits stillgelegten Atomkraftwerks durch den kommenden Winter zu kommen.
Insgesamt 1.075 Megawatt (MW) Nettoleistung haben EVN, Verbund und Wien Energie zugesichert, weitere 832 MW könnten ab Jänner aus dem neuen Verbund-Kraftwerk Mellach kommen, geht aus dem Ende August von der deutschen Bundesnetzagentur veröffentlichten Bericht zur Stromversorgung angesichts des deutschen AKW-Ausstiegs hervor.
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