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Standard & Poor's: "Ratings sind nicht richtig oder falsch"

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von APA/dpa/oli | 01.08.2010 | 11:21

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Standard & Poor's: "Ratings sind nicht richtig oder falsch"

Die Ratingagentur S&P will sich nicht für möglicherweise falsche Ratings haftbar machen lassen. Deutschlandchef Torsten Hinrichs gesteht indes Fehler im Zuge der Finanzkrise ein.

Die Ratingagentur Standard & Poor's will sich nicht für möglicherweise falsche Bonitätsnoten haftbar machen lassen. "Ratings sind nicht richtig oder falsch. Sie sind in ihrer Gesamtheit konsistent angewandt oder nicht", sagte Deutschlandchef Torsten Hinrichs in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Ratings sind eine Meinung zu zukünftigen Ereignissen. Dass diese Meinung relativ treffsicher ist, weisen wir in Studien nach. Ob diese Meinungen in fünf Jahren zutreffen oder nicht, kann nach unserer Ansicht keine Haftungsgrundlage sein."

Europas Politiker wollen die Macht der drei wichtigsten Häuser Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch Ratings brechen. Die Ideen reichen von der Schaffung einer europäischen, quasi staatlichen Agentur, bis hin zu Prüfungen durch Kreditversichererer. "Der Idee einer europäischen Ratingagentur stehen wir ganz offen gegenüber: Je mehr Meinung an den Markt kommt, umso besser für Investoren", sagte Hinrichs.

Ratings am Pranger

Ratingagenturen waren in der Finanzkrise wegen zum Teil krasser Fehlurteile an den Pranger gestellt worden. Schrottpapiere vom US-Hypothekenmarkt erhielten reihenweise die Bestnote "AAA" ("Triple A"), was Investoren in Scharen lockte - und letztlich Milliarden verbrannte. Genauso daneben lagen die Agenturen bisweilen mit der Bewertung von Banken, die wenig später zusammenbrachen.

S&P gesteht Fehler ein

"Wir haben - wie andere Marktteilnehmer - anders eingeschätzt, wie sich der US-Häusermarkt entwickeln wird", räumte Hinrichs ein. "Das ist enttäuschend, die Performance dieser Ratings war auch nicht so, wie wir sie erwartet hatten. Wir haben daraus gelernt und versuchen, so etwas künftig zu vermeiden." Generell sei die Vergleichbarkeit der Ratings untereinander verbessert und die Transparenz erhöht worden. Zudem habe S&P eine schärfere Trennung zwischen Qualitätskontrolle, Kriterienentwicklung und eigentlicher Ratinganalyse geschaffen.

Hinrichs betonte, Ratings seien keine exakte Wissenschaft, obwohl sie der einzige global verfügbare Maßstab für Bonität seien: "Da ist die Diskussion derzeit fehlgeleitet: Wer meint, A-Ratings können nie ausfallen, B kann ausfallen und C wird ausfallen hat nicht verstanden, was Ratings sind und was Ratings wollen."

Der Markt für Verbriefungen, bei dem etwa Kreditforderungen zu handelbaren Wertpapieren zusammengefasst werden, kommt nach Hinrichs' Einschätzung nur langsam wieder in Gang. "Es ist nicht so, dass das Prinzip Verbriefung als solches tot ist. Der Markt ist aber noch sehr vorsichtig und fährt diese Anlageklasse auf Sparflamme." Hinrichs mahnte: "Das ist volkswirtschaftlich bedenklich, denn um Wachstum zu finanzieren, brauchen wir Verbriefungen."

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