von Harald Fercher | 12.02.2008 | 17:10
Die Folgen von Subprime: Anzahl der Privatinsolvenzen in den USA explodiert
Die Spekulationsblase ist geplatzt - die Amerikaner laufen scharrenweise zum Konkursrichter. Im abgelaufenen Jahr explodierte die Anzahl der Privatinsolvenzen auf 801.840. Auch 2008 wird die Pleitewelle anhalten, meinen Experten.
Der Lockruf der Banken war unüberhörbar. Seit Mitte der 90er Jahre stieg der Preis für Immobilien in den USA enorm an, tausende Amerikaner griffen zum "günstigen" Kredit um sich ein Eigenheim zuzulegen. Darunter auch solche, die sich eigentlich eine Finanzierung via Hypothekarkredit gar nicht leisten konnten. Als die Zinsen im Frühjahr 2007 zu steigen begannen, sassen diese sogenannten "Subprime borrowers" plötzlich in der Schuldenfalle, da die Hypothekenzinsen in den USA variabel gestaltet sind. Die Folge: Die Kreditnehmer konnten die Raten nicht mehr bedienen, mussten ihre Häuser verkaufen und plötzlich krachten auch die Immobilienpreise in den Keller. Eien Teufelsspirale. Die Immobilienblase, vor der zahlreiche US-Experten schon seit längerer Zeit gewarnt hatten, war geplatzt und verunsicherte nicht nur die Finanzmärkte. Auch die Folgen für die US-Haushalte waren dramatisch, wie in der jüngsten Creditreform-Studie nachzulesen ist.
Während 2007 die Zahl der Firmeninsolvenzen in den USA um 6,1 Prozent auf 18.500 - zum Vergleich in Deutschland schlitterten im selben Jahr 27.490 Unternehmen in die Pleite - fiel, verzeichnete die Anzahl der Privatinsolvenzen einen explosionsartigen Anstieg. Schlitterten 2006 rund 598.000 US-Bürger in die Insolvenz, so waren es im Vorjahr 801.840. Ein Plus von 34,1 %. Samuel J. Gerdano, Chef des "American Bankruptcy Institutes" geht laut Creditreform davon aus, dass sich dieser Trend 2008 noch verstärken wird. Der Höhepunkt an Pleiten in den USA wurde 2005 verzeichnet, als sich mehr als zwei Millionen Amerikaner und rund 40.000 Unternehmen insolvent meldeten. Allerdings wurde diese hohe Anzahl nicht zuletzt durch eine Gesetzesänderung verursacht. Im Oktober 2005 trat eine Verschärfung des Insolovenzrechtes in Kraft. Die Ankündigung des Gesetzes hatte eine wahre Flut von Anträgen ausgelöst. Im Folgejahr war dann ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.
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