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Öl wird wohl nie wieder so günstig sein wie jetzt

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von Elmar Hillebrand | 17.02.2009 | 17:36

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Öl wird wohl nie wieder so günstig sein wie jetzt

Das ist das Fazit einer Studie der Experten der Erste Group, das davon ausgeht, dass die Ära des "Cheap Oil" sich trotz des derzeit vergleichsweise günstigen Preises dem Ende entgegen neigt. Der Einstieg erscheint damit jetzt umso verlockender.

EPA

Für den Umstand, dass sich das Zeitalter des "Cheap Oil" endgültig dem Ende entgegen neigt, führen die Experten der Erste Group gleich mehrere Argumente ins Feld. "Die einfach und kostengünstig abzubauenden Reserven sind langsam ausgebeutet", ist sich etwa Erste Group-Ölanalyst Ronald Stöferle sicher.
Hinzu kommt, dass zahlreiche wichtige Ölförderländer wie die USA, Mexiko oder Norwegen ihr Fördermaximum bereits überschritten haben dürften. Man geht mittlerweile generell davon aus, dass die Non-OPEC-Produktion weltweit ihr Maximum bereits überschritten hat. Die Aussage von Leonid Fedun, dem Vizechef der russischen Lukoil, kann damit als symptomatisch gewertet werden: "2007 belief sich die Ölförderung in Russland auf 9,95 Millionen Barrel pro Tag, einen höheren Betrag werden ich in diesem Leben wohl nicht mehr erleben."
Es mehren sich zudem Anzeichen, dass die Weltgesamtförderung auch in den kommenden Jahren nicht mehr so zulegen wird, wie das einige Experten berechnet haben. "Die Tatsache, dass die Förderleistungen der internationalen Ölkonzerne innerhalb der letzten 10 Jahre - bei stark gestiegenen Preisen - insgesamt rückläufig waren, spricht Bände" so Stöferle. Es wird damit immer unwahrscheinlicher, dass die Produktion der für 2030 anvisierten 125 Millionen Barrell pro Tag jemals realisiert werden kann. Derzeit werden täglich rund 86 Millionen Fass Rohöl pro Tag gefördert, Produktion weiter rückläufig.
Ein weiteres Hindernis auf dem Weg dieser Produktionsleistung ist der latente Investitionsrückstau in der Branche. Um die für 2030 geplante Fördermenge zu produzieren müssten jährlich Milliarden Investiert werden. Derzeit werden von der geschätzten Summe nicht einmal 20 Prozent aufgebracht. Selbst wenn dieses Hindernis überwunden werden könnte, etwa durch wieder steigende Ölpreise, hätte dies einen Spiraleffekt zur Folge. Die neuen Ölfelder sind kleiner und schwieriger (sprich kostspieliger) zu erschließen. Ein Beispiel sind die kürzlich weit vor der Brasilianischen Küste entdeckten Tiefseevorkommen. Diese können außerdem die derzeit rückläufigen Fördermengen kaum kompensieren, sind sich viele Experten einig.
Bei steigenden Ölpreisen werden wiederum immer mehr Alternativenergien zu ökonomischen Optionen.

Der Preis des politischen Öls

Ein oft unterbewerteter Aspekt ist auch die Tatsache, dass sich ein immer größerer Teil der weltweiten Förderung in der Hand staatlicher Ölkonzerne liegt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Ölpreis noch stärker als bisher als politisches Argument genutzt wird und nicht durch mehr oder weniger freie Preisbildung zustande kommt.

Die Wahrscheinlichkeit für wieder steigende Ölpreise wird nach Ansicht der Experten auch von einer volkswirtschaftlichen Beobachtung gestützt. Eine Expansive Geldpolitik wirkt demnach historisch gesehen erfahrungsgemäß meist als Preistreiber für den Ölpreis. Die Milliarden der Zentralbanken im Gefolge der Finanzmarktkrise könnten damit einen deutlichen Sprung beim Ölpreis mit verantworten.

Vor exponentiellem Preiswachstum?

Dämpfend könnte 2009 und 2010 noch die gedämpfte Nachfrage in Folge der weltweiten Konjunkturabschwächung wirken. Doch trotz einem Nachfragerückgang von jeweils rund einem Prozent im laufenden Jahr und 2010 rechnen die Erste Group-Experten mit einem Durchschnittspreis von rund 55 Dollar je Fass bereits 2009.
Langfristig werde der Ölpreis außerdem nicht mehr nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage funktionieren, sondern von monopolistischen Grundsätzen einiger weniger großer Fördernationen abhängen. Insofern seien Ölpreise in Höhe von 200 Dollar je Barrel auf Sicht von 3-5 Jahren durchaus möglich.

"Es besteht beim aktuellen Preisniveau ein äußerst attraktives Chancen/Risikoverhältnis" für einen Einstieg in Öl, so die Konklusio von Ronald Stöferle.

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4 Kommentare

Warme Luft

Diese Studie verbreitet genau so warme Luft wie jene Studien und "Experten"-Meinungen, die noch vor kurzem von einem anhaltend hohen Ölpreis jenseits der 120$ - Marke fantasiert haben.

Von Gast: Gast: Hannes am 18.02.2009 um 19:50

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Die Story...

...hören wir schon seit zwanzig Jahren. De facto und inflationsbereinigt war der Anstieg mehr als gering.
Wenn alternative Antriebe einen Marktanteil von 20% haben (Horizont 2010 - 20), werden sich die Monopolisten darum reißen, uns das Öl aufzudrängen.
denn sonst können sie es selber saufen...

Von Gast: Gast: schwarzepest am 17.02.2009 um 18:11

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Re: Öl wird bald out

ab 2020 wird kein Auto mehr mit Benzin oder Dieselantrieb gebaut. Das selbe in grün bei Heizungen. Kaum jemand wird es sich in Zukunft noch mit Öl warm machen. Fazit: Konstanter Ölpreis jenseits der 100 Dollar/Barrel ist absolut unrealistisch!

Von Gast: Gast: Tomischek am 18.02.2009 um 11:03

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Re: ein Ausblick

gibt es denn wirklich jemanden der meint das das Oel mittelfristig billiger wird ???? und was ist 2020 ??? "scherzkeks".... , sehr vage , dass hiesse die Mechanismen eines Marktes zu ignorieren ...........

Von Gast: Gast: lustig am 18.02.2009 um 09:25

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