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OECD-Warnung: Ost-Engagement macht Österreich verletzlich

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von Robert Lechner | 02.07.2009 | 11:14

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OECD-Warnung: Ost-Engagement macht Österreich verletzlich

Österreich hat die Krise besser überstanden als andere Staaten, sagt die OECD. Aber: Die Regierung tue gut daran, fertige Pläne zu haben angesichts der schlimmsten Rezession des letzten halben Jahrhunderts.

Obwohl es Österreichs Regierung anders sieht, der Länderbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bietet viel Stoff zum Nachdenken und jede Menge Rügen.
„Österreich meistert die Wirtschaftskrise zwar besser als viele andere OECD-Staaten“, sagt Andrew Dean, Leiter der Länderprüfungen. Aber die „finanzielle Verflechtung mit den CEE-Ländern“ und das hohe Handelsvolumen mit der Region macht „Österreich besonders verletzlich“ (siehe Grafik). Die Organisation weist darauf hin, dass das Vermögen der Banken in Zentral- und Osteuropa über 60 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung entspricht.

Zweites Bankenpaket

Zu spüren bekommen das zuallererst die Banken. Tenor der OECD: Die Regierung soll sich auf weitere Krisenmaßnahmen einstellen. „Beim Bankenpaket gibt es zwar noch Reserven“, ergänzt Rauf Gönenc, Leiter der Österreich-Prüfung. Wenn sich die Lage in Osteuropa aber weiter verschlechtert, wäre ein zweites Bankenpaket nötig. Bisher stehen 15 Milliarden € für Eigenkapitalspritzen zur Verfügung, von denen die Hälfte vergeben ist. Weitere 85 Milliarden € gibt es für staatliche Garantien, zehn Milliarden davon wurden zuletzt von Finanzminister Josef Pröll zugunsten der Industrie umgewidmet.


Nicht zuletzt das Bankenpaket bringt enorme Belastungen fürs Budget. Da müsse Österreich laut OECD-Experte Gönenc ausgabenseitig mit einer Kürzung beim Gesundheitsbudget und Einsparungen bei der Verwaltung von Ländern und Gemeinden gegensteuern. Auf der Einnahmenseite bieten sich „höhere Steuern auf Immobilien“ an.

Zum Problem wird zunemend mangelnder Wettbewerb in der Elektritzitäts- und Gas-Wirtschaft, im Bereich Post und Telekom sowie bei Bahntransporten. "Obwohl der Markt offen ist, gibt es bisher keine neuen Markeintritte" im Bahnbereich, so die Kritik. Darüber hinaus leide Österreich an einem in der OECD fast einzigartigen Phänomen: "Gerade schlechter qualifizierte Menschen haben wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt."

Koalitions-Krach

Wie bereits im letzten Länderbericht 2007 stellt die OECD erneut die Bildungspolitik ins Zentrum ihrer Überlegungen und fordert eine Stärkung des Bildungssystems von der Vorschule bis zur Universität. Besonders heikel: OECD-Bildungsexpertin Barbara Ischinger empfiehlt Österreich, dass sich „zukünftig Universitäten ihre Studierenden selbst auswählen und Studiengebühren erheben dürfen“. Damit ist die Diskussion über eine Wiedereinführung der Gebühren, die zuletzt rund 150 Millionen € brachten, innerhalb der Koalition eröffnet, zumindest wenn es nach VP-Minister Johannes Hahn geht. Die OECD-Argumentation verleiht Hahn Rückwind: „Gebühren können dazu beitragen“, so Ischinger, „dass Studierende ihr Studium schneller abschließen“ und helfen, den „notwendigen Ausbau der Studienplätze zu finanzieren“. SP-Bildungsministerin Claudia Schmied wiegelt ab: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die SPÖ das unterstützt.“

 

(Einen Bericht dazu lesen Sie auch in der Freitag-Ausgabe des WirtschaftsBlatts)

 

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2 Kommentare

Und täglich grüßt das Murmeltier

Die Schreibtischhengste der OECD schlagen wieder einmal zu. Und dann gehts natürlich gleich wieder auch gegen die österreichischen Ostbanken.

Und das Lieblingsthema sind die 60 % des österr. BIP, die diese Banken im Osten investiert haben.

Sind die Herren von der OECD so naiv oder so uninformiert, dass sie dieses Problem so stark auf Österreich fokussieren?

Sollte der worst-case, ein Zusammenbruch dieser Banken eintreten, dann ist das nicht allein ein österreichischen Problem sondern ein Gesamteuropäisches - oder glaubt ein halbwegs vernünftiger Mensch wirklich, dass die Refinanzierung dieser Banken ausschließlich aus Österreich erfolgt?

Die wirtschaftlichen Verwerfungen die ein solcher Zusammenbruch allein für den Exportweltmeister Deutschland mit sich bringen würde, mag ich mir gar nicht erst ausmalen...

Darum meine Bitte: Zuerst nachdenken und dann reden!

Von Gast: Gast: böser-wolFF am 02.07.2009 um 13:02

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Re: Auch selber etwas nachdenken!

Wenn nur 12% der Kredite in Osteuropa ausfallen sollten, dann ist es genug um die Rückstellungen der Banken und auch deren Eigenkapital zu zerstören. Dann wären die Banken insolvent.

Den Deutschen Unterenhmen würden aber noch immer 88% der Kunden erhalten bleiben. Einen 12%igen Einbruch, des noch kleinen Marktes, stecken die locker weg. Österreich, wenn die Banken wirdklich krachen, kann aber mit in den Abgrund gezogen werden.

Die Refinanzierung der Ö Banken im Ausland funktioniert schon 9 Monate nicht mehr, das Problem bleibt beim Österreicher!

Und nicht vergessen, Österreich braucht kein Bankenproblem damit die Staatsfinanzen aus dem Ruder laufen. Schon 2012/13 werden Staatsschulden in der Höhe von 250 bis 350 Mrd. Eur picken haben. Die Zinsen werden wieder steigen, dann 8%?
Damit würden etwa 40% der Steuereinnahmen nur für die Zinsen draufgehen.

Von Gast: Gast: ET am 02.07.2009 um 16:59

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