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Lithium-Ionen-Akkus: Trotz Boom vor Überkapazitäten

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02.03.2010 | 17:08

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Lithium-Ionen-Akkus: Trotz Boom vor Überkapazitäten

Der Boom bei Elektroautos hat noch gar nicht begonnen, da warnen die Strategie-Berater von Roland Berger bereits vor massiven Überkapazitäten bei den Akkubauern, die zu einer drastischen Marktbereinigung bei den Herstellern führen soll.

EPA

Die Studie der Roland Berger Strategy Consultants geht davon aus, dass Elektroantriebe in allen großen Automobilmärkten deutliche Marktanteile gewinnen werden. Auslöser dafür werden vor allem erhebliche Kostensenkungen bei Akkus im Verlauf der kommenden zehn Jahre sein.
Die Experten von Roland Berger orten vor allem für die Jahre zwischen 2014 und 2017 trotzdem erhebliche Überkapazitäten bei den Herstellern von Lithium-Ionen-Akkus, so das Ergebnis der Studie mit dem Titel "Powertrain 2020 - Li-Ion batteries - the next bubble ahead?".

"Das Geschäft der Hersteller von Li-Ionen-Akkus brummt derzeit, aber schon in den kommenden fünf bis sieben Jahren erwarten wir eine massive Konsolidierung", unterstreicht Wolfgang Bernhart, Studienautor und bei Roland Berger Strategy Consultants für alternative Antriebstechnologien zuständiger Partner.
Nach einem aggressiven Szenario wird die Zahl der Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEV) und Elektrofahrzeuge (EV) in den Hauptregionen bis 2015 die Zahl von 1,2 Millionen Fahrzeugen erreichen.

Angebot übersteigt Nachfrage

Die Nachfrage nach Li-Ionen-Akkus für HEV/PHEV und EV soll dann 0,82 Millionen "EV-Äquivalente" erreichen, das Angebot hingegen wird 2015 bereits bei mehr als 2,6 Millionen EV-Äquivalenten liegen.
Zwar wird die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Akkus bis 2020 weiter anziehen, doch 3 Millionen EV-Äquivalente werden frühestens 2018 nachgefragt werden.

Deshalb werden die angekündigten Investitionen zwischen 2014 und 2017 zu erheblichen Überkapazitäten führen, insbesondere in den USA und in Japan. Werden die angekündigten Investitionen umgesetzt, wird die installierte Kapazität bereits 2015 doppelt so hoch sein wie die prognostizierte Nachfrage. Außerdem sind noch gar nicht alle Investitionen bereits bekannt.

Wenige Hersteller werden überleben

Dazu kommt, dass ein hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwand sowie hohe Investitionsausgaben nötig sind, um die Kosten rasch zu senken. Für die Neuentwicklung einer Batterie sowie den Aufbau einer Produktionskapazität von 100.000 Stück pro KJahr schätzt Roland Berger die Investitionskosten auf eine knappe halbe Milliarde Euro.
"Daher werden nur sechs bis acht global tätige Akkuhersteller die kommenden fünf bis sieben Jahre überleben", so Bernhart. "Die kritische Größe wird 2015 bei einem Umsatzvolumen von rund 600 Millionen Euro liegen."
Die Akkuanbieter benötigen laut Berater daher eine gut definierte Strategie, um schnell Marktanteile zu gewinnen und ihr Fortbestehen zu sichern.
Zudem sollten sich die Anleger der massiven Investitionsrisiken bewusst sein.

(ekh)

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