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EU lobt Griechenland, Sparkurs macht Eisenbahn verkaufsreif

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von Eva Konzett | 07.07.2010 | 16:53

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EU lobt Griechenland, Sparkurs macht Eisenbahn verkaufsreif

Griechenlands Sparpläne machen vor der staatlichen Eisenbahn nicht halt. Eine positive Bewertung des gesamten Maßnahmenpakets gibt es indes von EU-Kommission und EZB.

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Die griechische Eisenbahn fährt in Richtung Privatisierung – noch ist sie das Symbol des „griechischen Exzesses“

Athen. Erstes Lob von der EU-Kommission für die Sparbestrebungen, Zufriedenheit bei der Europäischen Zentralbank und vorsichtige Zuversicht in den eigenen Reihen: der Ausblick für Griechenland gestaltet sich dieser Tage optimistisch.

Die Regierung in Athen mache gute Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung und die konjunkturelle Entwickung gehe mit dem Reformprogramm einher, schreibt die Komission in einem Bericht, der aber auch Schwachstellen, wie etwa den Gesundheitssektor, aufgreift. Die beschlossenen Programme stellten eine solide Basis für einen positiveren Ausblick dar, bescheinigt gleichzeitig EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Und der griechische Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Schiffahrtsminister Louka Katseli sieht die Rückkehr auf den Wachstumspfad in zwei Jahren am noch trüben griechischen Konjunkturhorizont.

Eisenbahnreform

Weniger erhellend ist hingegen der Zustand der griechischen Eisenbahn. Das streckenmäßig achtgrößte Bahnnetz der EU hat nur eine rentable Strecke - von Patras über Athen nach Thessaloniki. Die griechische Eisenbahn besteht aus dem Unternehmen Trainose, das die Strecken betreibt und der Griechischen Organisation des Schienennetzes, OSE, das die Schienen in Stand hält. Allein OSE mache jeden Tag über zwei Millionen € Schulden, so der ehemalige Verkehrsminister Evripides Stylianidis. Gleichzeitig sollen die Eisenbahn-Angestellten zusammen vier mal soviel verdienen, wie durch Fahrscheinverkäufe eingebracht werden kann. Die Eisenbahn sei der Inbegriff der griechischen Politik des Exzesses, wird Stylianidis von der Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert.

Personalabbau

Dem will Premierminister George Papandreou durch Reformen einen Riegel vorschieben. Unrentable Strecken sollen gestrichen und 4000 der 6500 Jobs abgebaut werden. Einen Teil der Angestellten will die Regierung in andere Bereiche des öffentlichen Dienstes umlagern, 2000 Stellen sollen durch natürliche Fluktuation verschwinden. Durch diese Maßnahmen soll die mit insgesamt elf Milliarden € verschuldete Bahn für Investoren auf Schiene gebracht werden. „Ich denke, Frankreich und die französische Eisenbahn könnten ein idealer Partner sein", so der aktuelle Wirtschaftsminister Dimitris Reppas. Die derart von griechischer Seite favorisierte französische SNCF gibt sich vorsichtig: Ein Kommentar sei noch verfrüht, so eine Sprecherin zum WirtschaftsBlatt.

Die Reform der Eisenbahn ist Teil des Plans, bis 2013 drei Milliarden € durch Verkäufe von staatlichen Anteilen einzunehmen.

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