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Dialog-backdrop Ökonom fordert Österreich-EuroDer Wirtschaftswissenschaftler Gerald Mann fordert die beiden Länder auf, einen eigenen Euro zu schaffen. Neben Griechenland droht auch anderen Euro-Ländern die Staatspleite. Attac-Chef Felber fordert von den Reichen einen Mini-Beitrag einzuheben, der rasch Hilfe bringen könnte. Nicht "Griechenland raus aus dem Euro", sondern Österreich und Deutschland - das forderte gestern in der ATV-Diskussionsrunde "Am Punkt" der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Gerald Mann. Die Währungsunion sei wie eine Wohngemeinschaft: „Die einen spülen jeden Tag das Geschirr ab und die anderen sagen, solange noch was im Geschirrkasten ist, kann es stehen bleiben." Da sei es am besten, man gehe getrennte Wege. Raus aus der WG Aus der Wohngemeinschaft ausziehen sollten aber die finanziell stabilen Länder, denn dort würden die Menschen nicht die Banken stürmen aus Angst vor einer neuen Währung. "Wenn es morgen heißen würde, in Österreich wird wieder ein Schilling eingeführt oder ein "Euro-Schilling" mit anderen Ländern zusammen, dann würden doch die Leute hier Volksfeste veranstalten." Als Mitglieder eines neuen Euro kann sich der Münchener Ökonom neben Österreich und Deutschland z. B. die Niederlande und Finnland vorstellen. Solidarität Wenig Begeisterung löste Mann mit diesem Vorschlag bei den anderen Diskussionsteilnehmern in "Am Punkt" aus. SPÖ-Finanzsprecher Kai Jan Krainer sagte zwar, es sei "wahrscheinlich ein Fehler" gewesen, Griechenland überhaupt in die Währungsunion aufzunehmen. Doch jetzt müsse die Krise gemeinsam gemeistert werden. Zudem sorge der Euro grundsätzlich für stabile Verhältnisse zwischen den Handelspartnern, das sei besonders für ein exportorientiertes Land wie Österreich wichtig. "Wenn in den 1990er-Jahren die italienische Lira abgewertet wurde, hieß das in Österreich: 25.000 bis 40.000 Arbeitsplätze gingen verloren." Auch der Börsen-Guru Alexander Proschofsky forderte in "Am Punkt" mehr Solidarität mit Griechenland: "Wir fühlen uns anscheinend in dieser EU nicht wie eine Gemeinschaft. Wir sind nicht Brüder unter Brüdern. Weil ein Bruder hilft dem anderen Bruder, wenn der in Not ist." Reiche zur Kasse Attac Österreich-Chef Christian Felber verlangt diese Solidarität vor allem von den Reichen: "Die zehn Prozent Vermögendsten in allen Ländern der EU besitzen ungefähr zwei Drittel des gesamten Vermögens. Die Schulden sind zwar hoch, aber die Vermögen sind ungefähr fünf Mal so groß. Das heißt, es würde eine einprozentige Vermögenssteuer auf zehn Jahre reichen, dass die Hälfte aller Schulden zurückbezahlt werden könnten." Rettungsschirme reichen nicht aus Wirtschafswissenschafter Mann sieht wenig Optimismus für die Euro-Zone: "Ich gehe auf jeden Fall davon aus, dass wir bei weitem nicht am Ende stehen und dass weitere Staaten Griechenland folgen werden." Spanien und Italien seien die nächsten Kandidaten. Bei diesen großen Ländern, ergänzte Attac-Chef Felber, würden Rettungsschirme von rund 100 Milliarden Euro wie bei Griechenland längst nicht ausreichen.
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7 Kommentare
Seit wann ...
... ist Alexander Proschofsky ein "Börsen-Guru"?
Als Handlager der Meinl-Rebellen und der dahinter stehenden Hedge-Fonds, welche mittlerweile die beiden ehemaligen Meinl-Firmen bis auf die Knochen abgeknabbert haben, hat dieser Mann enormen Schaden angerichtet. Was hat er doch für tolle Reden geschwungen, wie er sich für die Zerti-Inhaber einsetzen wird ...
... kaum an der Macht, alles vergessen - und die Anleger mindestens genauso ausgenommen wie Meinl selbst.
Wenn Herr Alexander Proschofsky meint, man müsse mehr Solidarität mit Griechenland bekunden, soll er gleich mit gutem Beispiel vorangehen und ein paar Millionen überweisen.
Das Geschäft ist totsicher - die Zinsen bekommen man in jedem Fall, wird uns zumindest von allen Beteiligten suggeriert ...
Von Gast: Gast: Rudolf am 22.06.2011 um 23:18
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Typisch "Sozialdemokraten":
"Wenn in den 1990er-Jahren die italienische Lira abgewertet wurde, hieß das in Österreich: 25.000 bis 40.000 Arbeitsplätze gingen verloren." Arbeitsplätze sollen also über eine gemeinsame Schrottwährung garantiert und durch Transverzahlungen finanziert werden !? Nur mal so als Tipp ihr "sozialen" Ignoranten: Deutschland war auch unter der starken DM Exportweltmeister und absolut wettbewerbsfähig. Der Euro hat uns vor allem Kaufkraftverlust sowie präkäre Niedriglohn- und Teilzeitarbeit gebracht ! Merke: Starke Wirtschaft = Starke Währung - Schrottwirtschaft = Schrottwährung ... SO wird ein Schuh daraus, aber das kapieren sie einfach nicht, die ach so arbeitnehmerfreundlichen SPD/SPÖ Umverteiler !
Von Gast: Gast: Deutscher Bürger am 17.06.2011 um 11:27
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Herr Felber und die Schulden
Herr Felber: "Die Schulden sind hoch, aber die Vermögen sind 5mal so hoch" Selten so gelacht. Schulden und Vermögen sind insgesamt IMMER gleich hoch. Wenn Sie keinen Schuldner finden kann ihr Vermögen nicht steigen. Herr Felber Sie brauchen Nachilfe!
Von Gast: Gast: Buckliger am 17.06.2011 um 00:40
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Enteignung
Nicht zu fassen, da will Herr Felber Enteignungen - nichts anders ist Vermögenssteuer - vornehmen lassen. Da ein (leider) spürbarer Teil der 90 Prozent der Menschen, die nicht zu den vermögendsten 10 Prozent gehören, diesen 10 Prozent deren Besitz neidet, findet so jemand wie Herr Felber und solche eine Forderung nach Enteignungen erschreckenderweise auch noch Gehör. Wollen wir hoffen, dass die Politik sich von solchem Populismus nicht ködern lässt!
Von Gast: Gast: Gast am 16.06.2011 um 23:32
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Re: überfällig
das wird schwer zeit, dass sich solche gedanken wie die von herrn felber endlich realisieren, denn offensichtlich gibt es ab einer bestimmten vermögensgröße leicht wahrnehmungsstörungen für fairness und angemessenheit.sagt eine, die genug hat und neid nicht nötig hat.
Von Gast: Gast: zahira am 17.06.2011 um 04:20
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Re: Re: längst überfällig!
da kann ich nur voll zustimmen!
hab neid auch nicht nötig - aber das mit den wahrnehmungsstörungen stimmt zu 100 %.
Von Gast: Gast: as am 17.06.2011 um 12:47
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Weil es ohnehin ein Experiment ist,
könnte man den "Spezial-Euro" durchaus auch erproben. Ob es gelingt weiß man vorher sowieso nie, aber die Aussicht auf Volksfeste ist schon mal' besser als jene auf Massenstreiks.
Von Gast: Gast: the real intelligence agency am 16.06.2011 um 15:40
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