„Warum um alles in der Welt sollten wir umschulden?"
Der portugiesische Ministerpräsident Pedro Passos Coelho sieht über die bereits vereinbarten 78 Mrd. Euro hinaus keinen Grund zu einer weiteren Umschuldung, Portugal habe seine Hausaufgaben gemacht.
Portugals Ministerpräsident Pedro Passos Coelho
Sein Land erfülle die mit der EU vereinbarten Bedingungen für die Umschuldung, sagte Passos Coelho in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Wochenzeitung "Sol". "Wir haben unsere Ziele erfüllt, das Haushalts- und das Außenhandelsdefizit verringert, die Strukturreformen laufen gut und die Privatisierungen haben erfolgreich begonnen. Warum um alles in der Welt sollten wir umschulden?"
Börsen und Politiker beschäftigt zunehmend die Frage, ob Portugal Griechenland in den Strudel aus Verschuldung und Rezession folgen wird. Trotz eingeleiteter Reformen wächst die Befürchtung, private Investoren müssten sich auch in Portugal auf einen Schuldenschnitt einstellen. Die Kurse portugiesischer Staatsanleihen sackten zuletzt ab, die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) zogen an. Ob das Land das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen kann, ist offen.
Das Misstrauen speist sich unter anderem aus dem Blick auf die Konjunkturdaten. Der harte Sparkurs zehrt an der Wirtschaftskraft des Landes. Die Zentralbank erwartet dieses Jahr einen Wirtschaftseinbruch um 3,1 Prozent nach einem Minus von 1,6 Prozent 2011. Kommendes Jahr rechnet sie mit Stagnation.
Die Zahlen sind allerdings besser als in Griechenland. Dort geht die Regierung - noch - von einem Schrumpfen der Wirtschaft in diesem Jahr um drei Prozent nach minus sechs Prozent 2011 aus. Auch beim Blick auf die Verschuldung steht Portugal etwas besser da. Während sich der griechische Schuldenberg auf 163 Prozent der Wirtschaftskraft (BIP) summiert, sind es in Portugal gut 100 Prozent. In Deutschland liegt die Quote bei rund 80 Prozent.
(Reuters/ekh)
1 Kommentar
Sorry,liebe Redaktion!
hier offensichtlich SPANIEN mit PORTUGAL verwechselt.
es ist richtig das Portugal seine Hausaufgaben bereits erledigt hat, auf Spanien warten wir noch!
Von Gast: Gast: Gastdozent am 04.02.2012 um 11:28
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