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Iran und Israel zündeln weiter

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04.02.2012 | 20:42

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Iran und Israel zündeln weiter

Die Stimmung zwischen den beiden verfeindeten Staaten heizt sich weiter auf. Während aus Israel ein Videoclip ins Netz gelangte, das Mossad-Agenten, verkleidet als Frauen, und einen explodierenden Atomreaktor im Iran zeigt, startet der Iran die Serienproduktion einer neuen Rakete.

EPA

Ein Videoclip, der sich rasant im Netz verbreitet, erzürnt die Gemüter in der Islamischen Republik. Mossad-Agenten, verkleidet als Frauen, ein Samsung-Tablet und ein explodierender Atomreaktor im Iran: Aus diesen Zutaten hat eine israelische Kabelfernsehfirma einen makaberen Werbespot gemixt, berichtet "Spiegel Online" am Samstag. Laut der israelischen Tageszeitung "Haaretz" sprach sich ein namentlich nicht genannter iranischer Abgeordneter dafür aus, man solle die Handelsbeziehungen zu Südkorea abbrechen - schließlich stamme das Samsung-Tablet in dem "beleidigenden" Werbespot aus diesem Land. Außerdem stelle das Video den Iran als "primitiv" dar und Israel als "machtvoll genug, um das iranische Nuklearprogramm mit Leichtigkeit zu zerstören und dessen Atomwissenschaftler zu töten" - was natürlich ganz und gar nicht der Wahrheit entspreche.

In dem Werbeclip sind vier als Frauen verkleidete Mossad-Agenten zu sehen. Schlecht geschminkt und mit Kopftuch laufen sie durch ein verstaubtes Nest, angeblich in der Nähe der iranischen Metropole Isfahan. "Bist du vom Mossad?", fragt einer aus dem Quartett einen Mann, der gelangweilt in einem Café sitzt. Dessen Antwort: "Psst." Der Mann heißt "Shushu", ist seit zwei Monaten inkognito im Land und vertreibt sich die Zeit damit, israelische Fernsehsendungen auf seinem neuen Tablet des südkoreanischen Herstellers Samsung anzuschauen.
Plötzlich drückt eine der "Frauen" auf eine Applikation des Tablets - und im Hintergrund fliegt ein iranischer Atomreaktor mit lautem Knall in die Luft.
Produziert hat den Werbespot der israelische Kabelfernsehanbieter Hot. Der Videoclip verbreitet sich via Facebook und Twitter mit rasender Geschwindigkeit im Internet. In Teheran löste er einen Sturm der Entrüstung aus. Der US-Fernsehsender CNN zitierte zudem Arsalan Fathipour, der sich für einen "Boykott aller Samsung-Produkte" ausspricht. Fathipour ist der Vorsitzende des Energieausschusses des iranischen Parlaments - und seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht.
So reagierte Samsung sofort mit einer Klarstellung: "Diese Werbung wurde vom Kabelanbieter Hot ohne Wissen oder Beteiligung von Samsung produziert", heißt es in einer Mitteilung, die das iranische Büro des südkoreanischen Konzerns veröffentlicht hat.
Der Werbeclip kommt zu einem brisanten Zeitpunkt, spielt er doch auf die Gerüchte an, Israel plane einen Erstschlag gegen das iranische Atomprogramm.

Iran baut Marschflugkörper

Der Iran hat parallel dazu nach eigenen Angaben mit der Serienfertigung einer neuen Rakete begonnen. Wie das Staatsfernsehen am Samstag auf seiner Internetseite berichtete, handelt es sich bei der Kurzstreckenrakete vom Typ "Safar" um einen Marschflugkörper, der "mit großer Präzision kleine und mittelgroße Ziele" auf dem Wasser zerstören kann. Er kann demnach von Schnellbooten aus abgeschossen werden und fliegt so niedrig, dass er nur schwer vom Radar erfasst werden kann.
Der Iran verfügt nach eigenen Angaben über ein großes Arsenal an Lang-, Mittel- und Kurzstreckenraketen. Einige von ihnen können angeblich auch Ziele in Israel oder US-Militärstützpunkte im Nahen Osten erreichen. Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen waren zuletzt deutlich gestiegen, weil Teheran damit gedroht hatte, im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die strategisch wichtige Meerenge von Hormuz zu sperren.

Ein Bericht über angebliche israelische Überlegungen, den Iran schon im Frühjahr anzugreifen, hatte am Freitag international für Aufsehen gesorgt. Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière sagte, er sehe das Säbelrasseln im Streit über das iranische Atomprogramm eher auf der Seite Teherans. Er sei sich aber nicht ganz sicher, wie ernst das zu nehmen sei. Objektiv könne der Iran beispielsweise kein Interesse daran haben, die Meerenge von Hormuz zu sperren.

(APA/AFP/dpa/ekh)

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