Die europäischen Banken brauchen in der Euro-Krise einem Medienbericht zufolge womöglich mehr zusätzliches Kapital als bisher befürchtet.
Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" vorab unter Berufung auf Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
Um Banken künftig gegen Krisen dieser Dimension abzusichern, müsse die Quote von Eigenkapital zu Bilanzsumme auf mindestens fünf Prozent steigen, zitierte die Zeitung Dorothea Schäfer vom DIW. Allein für die zehn größten deutschen Banken, die am Stresstest teilgenommen haben, bedeute das einen zusätzlichen Kapitalbedarf von mindestens 127 Milliarden Euro.
Staatshilfen weiter erlaubt Die EU will großzügige Staatshilfen für angeschlagene Banken anders als geplant auch über das laufende Jahr hinaus erlauben. Eigentlich hatte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia die Hürden für Regierungen, ihren Instituten finanziell unter die Arme zu greifen, von Anfang 2012 an deutlich höher legen und die Banken damit von staatlichen Geldspritzen entwöhnen wollen. Auf einer Konferenz am Donnerstag in Breslau sagte Almunia aber, die Verwerfungen an den Finanzmärkten hätten die EU zum Umdenken bewogen. Zuletzt waren Warnungen lauter geworden, dass in diesem Fall eine Kreditklemme drohen könnte.
"Bis zum Sommer hatte ich die Absicht, die Neuregelung zum Beginn des nächsten Jahres einzuführen, weil ich davon ausgegangen war, dass sich die Lage an den Märkten bis dahin normalisiert haben würde", sagte Almunia. "In Anbetracht des gegenwärtigen Marktumfelds wäre es aber nicht sicher, die neuen Regeln allzu bald einzuführen." Er werde daher vorschlagen, das geltende Regime in Kraft zu belassen. Die EU verlängert damit eine Ende 2008 in der Finanzkrise eingeführte Ausnahmeregelung, wonach die Rettung von Banken erlaubt wurde, wenn die Institute im Gegenzug Unternehmensteile verkauften und Aktionäre und Anleihegläubiger Abstriche machen müssten.
Die Finanzexperten der EU hatten kürzlich wegen der Lage der Banken erneut Alarm geschlagen und die Mitgliedstaaten zu neuen Hilfen aufgerufen. Die Euro-Schuldenkrise habe vom Anleihemarkt auf andere Märkte übergegriffen, hieß es in einem Reuters vorliegenden Papier zur Vorbereitung des Treffens der EU-Finanzminister und Notenbankchefs am Freitag in Polen. Es drohe ein Teufelskreis von Schuldenkrise, Bankenproblemen und einer Rezession.
Als Gegenmaßnahme raten die Experten des Wirtschafts- und Finanzausschusses der EU-Staaten den Regierungen, die Kapitalausstattung der Banken zu verstärken. Sie werfen unter anderem Spanien vor, nicht ausreichend auf die Ergebnisse des Banken-Stresstests reagiert zu haben. Dort waren fünf Banken durchgefallen, die Notenbank hatte aber bei keiner von ihnen Kapitalspritzen für nötig erachtet.
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