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Finnischer Panzerdeal mit Slowenien weiter unter der Lupe

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20.12.2010 | 14:12

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Finnischer Panzerdeal mit Slowenien weiter unter der Lupe

Die Vorermittlungen zu dem unter dem Verdacht der Korruption und der Industriespionage stehenden Panzer-Geschäft des finnischen Rüstungsherstellers Patria und Slowenien sind nach Slowenien nun auch in Finnland abgeschlossen. Auf die Einvernahme österreichischer Zeugen wartet die finnische Polizei allerdings weiter.

EPA

Der finnische Radpanzer im Bild machte gegen den Pandur von Steyr in Slowenien das Rennen, allerdings mit offenbar unsauberen Tricks

Um das gesammelten Material an den Staatsanwalt weiterleiten zu können, fehlt seit einigen Wochen nur noch der Schlussbericht von den Kollegen aus Österreich. Das sagte der Leiter der finnischen Polizei-Ermittlungen, Kaj-Erik Björkqvist. Seitens der Staatsanwaltschaft Wien hieß es, dass über ausländische Verfahren keine Auskünfte erteilt werden dürften.

Björkqvist rechnet damit, den Bericht aus Österreich innerhalb der kommenden Wochen zu erhalten. Damit könne das gesamte Material vermutlich im Jänner der Staatsanwaltschaft in Helsinki übergeben werden. Ursprünglich hätte dies bereits Ende Oktober erfolgen sollen. Was der Grund der Verzögerung für die Übermittlung des österreichischen Berichtsteiles ist, sagte Björkqvist nicht.

In Tampere begann am Montag indes der Prozess zu einem weiteren unter Bestechungsverdacht stehenden Waffengeschäft des zu drei Viertel staatlichen finnischen Rüstungskonzerns. In dem Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, geht es um den Verkauf von Patria-Kanonen an Ägypten in den Jahren 1999-2001. Angeklagt sind vier Finnen und ein Ägypter.

Bei dem verdächtigen Geschäft mit Slowenien geht es um den Ankauf von ursprünglich 135 finnischen Radpanzern im Wert von 278 Mio. Euro durch die slowenische Armee aus dem Jahr 2005. In Slowenien stehen unter anderem der ehemalige Ministerpräsident Janez Jansa, der frühere Verteidigungsminister Karl Erjavec und Ex-Generalstabschef Albin Gutman bereits unter Anklage. Bei dem Rüstungsgeschäft sollen Schmiergelder in Höhe von 8,1 Millionen Euro geflossen sein.

Zu den weiteren Hauptverdächtigen in der Affäre zählen neben mehreren finnischen Top-Managern auch zwei Österreicher, der österreichisch-kanadische Unternehmer Walter Wolf und der ehemalige Vorstandschef des österreichischen Patria-Konkurrenten Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeuge (SSF) und spätere Osteuropa-Berater bei Patria, Hans Wolfgang Riedl.

Ermittelt wird in Finnland auch zu einem weiteren Patria-Panzerdeal, jenem mit Kroatien. Auch dort könnten Österreicher in Bestechungsvorgänge involviert gewesen sein.

(APA)

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