Das deutsche Institut für Weltwirtschaft (IfW) sieht die deutsche Konjunktur nichts als Wachstumsmotor für Europa. Die zuletzt starke Entwicklung sei ein Aufholen und kein Boom.
Deutschland kann nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) trotz der zuletzt starken Konjunkturentwickung keineswegs als "Wachstumslokomotive Europas" gelten. "Wir sehen kein so rosiges Bild für das deutsche Wachstum in der nächsten Zeit wie manch andere Beobachter", sagte IfW-Volkswirt Stefan Kooths am Dienstag in Berlin. Derzeit finde kein wirklicher Boom, sondern nur ein Aufholprozess statt. "Nur aufzuholen, was man verloren hat, kennzeichnet nicht wirklich eine Wachstumslokomotive", sagte er.
Das kommende Jahr werde sehr viel weniger dynamisch. Zwar erwartete das Institut für 2011 eine Zunahme des deutschen Bruttoinlandsproduktes um 1,7 Prozent nach einem Plus von 3,4 Prozent in diesem Jahr, erklärte der Experte. "Rund die Hälfte davon ist aber ein statistischer Überhang aus 2010." Im dritten und vierten Quartal 2010 werde die deutsche Wirtschaft allerdings immer noch wachsen und nicht etwa stagnieren, sagte er.
Die deutsche Wirtschaft, die im internationalen Vergleich einen sehr deutlichen Wachstumsrückgang zu verkraften gehabt habe, befinde sich nun lediglich wieder auf dem Niveau von 2006. Unter anderem schmälerten die insgesamt schwachen Investitionen die potenziellen Wachstumsperspektiven. Kapazitätsauslastung und Arbeitsproduktivität seien zudem weiter deutlich unter dem Vorkrisenniveau.
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