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Dialog-backdrop Marokko reißt Protest-Lager in Westsahara nieder
Marokkanische Sicherheitskräfte haben am Montag kurz vor dem geplanten Beginn einer neuen Westsahara-Gesprächsrunde unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen in den USA eine Protest-Zeltstadt in dem besetzten Territorium niedergerissen. Die rund 20.000 Bewohner des Zeltlagers in der spanischen Ex-Kolonie flüchteten zu Fuß in die 15 Kilometer entfernte Hauptstadt Laayoune (El-Aiún). Die Sicherheitskräfte setzten bei der Aktion nach spanischen Medienberichten Hubschrauber, Wasserwerfer, Gummigeschoße und Tränengas ein. Nach marokkanischen Angaben wurden zwei Personen getötet und über 70 weitere verletzt. Die Polisario-Befreiungsfront und ihre in Algerien etablierte Exilregierung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) sprachen von einem "barbarischen Akt" und forderten die Einschaltung des UNO-Sicherheitsrates. Nach ihrer Darstellung wurden bei der Aktion 13 Bewohner der Zeltstadt getötet und zahlreiche weitere verletzt. Der von der Besatzungsmacht eingesetzte Gouverneur (Wali) von Laayoune, Mohamed Guelmous, sagte, der Einsatz sei unvermeidbar gewesen, nachdem "alle Mittel des Dialogs ausgeschöpft" worden seien. Bei den Toten handle es sich um einen Angehörigen der Gendarmerie und einen Feuerwehrmann. Die marokkanischen Behörden sprachen von einem "Akt des sozialen Protests ohne politische Dimension". UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte im April seine Besorgnis über die Menschenrechtssituation in der von Marokko besetzten Westsahara ausgedrückt. In Greentree (Long Island) bei New York sollten am Montag Gespräche zwischen Bevollmächtigten Marokkos und der DARS im Beisein von Vertretern Algeriens und Mauretaniens beginnen. Im Vorjahr hatten informelle Westsahara-Gespräche unter UNO-Schirmherrschaft in Österreich und danach im Februar in der Nähe von New York stattgefunden. Die DARS-Exilregierung hatte dem vom ehemaligen US-Außenminister James Baker ausgearbeiteten Referendums-Plan zugestimmt, doch Marokko lehnte ihn kategorisch ab. Der Baker-Plan sah vor, die Bevölkerung bis 2008 in einem Referendum darüber entscheiden zu lassen, ob sie die volle Unabhängigkeit will oder zu Marokko gehören möchte. Marokko akzeptiert nur eine Autonomielösung. Die Westsahara wurde nach dem Abzug der spanischen Kolonialmacht 1975 zunächst zwischen Marokko und Mauretanien aufgeteilt. Marokko besetzte schließlich das gesamte Territorium, nachdem Mauretanien 1979 mit der von der Befreiungsfront Polisario ausgerufenen DARS einen Friedensvertrag geschlossen und sich aus dem südlichen Teil zurückgezogen hatte. Die von Algerien unterstützte Polisario nahm den bewaffneten Kampf auf, der 1991 mit einem von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand eingestellt wurde. (APA/dpa/AFP) Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Wirtschaftspolitik…
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2 Kommentare
Kennen Sie den Unterschied
zwischen besitzen und besetzen?
Zur Erinnerung an die völkerrechtliche Sachlage: http://www.icj-cij.org/docket/files/61/6195.pdf
Von Gast: elfriede am 10.11.2010 um 11:33
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Der Sahara gehört Marokko
Der Sahara gehört Marokko
Von Gast: Gast: Marokkaner am 08.11.2010 um 16:03
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