"Mehr Wettbewerb durch Gründung einer unabhängigen EU-Ratingagentur"
Der deutsche FDP-Fraktionschef und ehemalige Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich erneut für die Schaffung einer europäischen Ratingagentur zur Begrenzung der Marktmacht der US-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch ausgesprochen.
"Wir brauchen mehr Wettbewerb durch die Gründung einer unabhängigen und privat finanzierten EU-Ratingagentur", schreibt er laut "Handelsblatt" (Freitag-Ausgabe) in einem Papier zur Regulierung der Institute. "Das Vertrauen auf die Aussagen des Meinungsoligopols der drei großen US-Agenturen" sei einer der Gründe, gewesen, weshalb die Risiken im Finanzmarkt viel zu spät erkannt worden seien.
Mehr Wettbewerb kann nach Ansicht Brüderles auch durch eine stärkere "Nutzung interner Bonitätssysteme" hergestellt werden. Sowohl Banken als auch Versicherungen würden bereits heute die Zahlungsfähigkeit von Ländern beurteilen. Jedes Institut allerdings nur für sich. Ein Ratingverbund, auf den auch Externe zugreifen könnten, würde den US-Agenturen Konkurrenz machen, heißt es in dem Papier.
Brüderle fordert zudem einen "EU-weit einheitlichen Haftungstatbestand für grob fahrlässiges Fehlverhalten". Die Prognosen der Agenturen seien zwar rechtlich nur schwer in den Griff zu bekommen, räumt der FDP-Politiker ein. "Doch Fehler bei der Beschaffung von Informationen können durchaus Regressansprüche schaffen."
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