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Staatsanwälte wollen Draghi zu Ratingagenturen befragen

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26.01.2012 | 18:17

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Staatsanwälte wollen Draghi zu Ratingagenturen befragen

Ratingagenturen. Die Staatsanwälte der süditalienischen Provinzstadt Trani, die Ermittlungen gegen US-Ratingagenturen aufgenommen haben, wollen den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in den Zeugenstand rufen.

EPA

Dies verlautete aus Justizkreisen am Donnerstag. In den vergangenen Tagen war durchgesickert, dass die ermittelnden Staatsanwälte auch Italiens Premier Mario Monti und den Präsidenten der Börsenaufsichtsbehörde Consob, Giuseppe Vegas, vernehmen wollen.

Am Dienstag hatte die Steuerpolizei das Mailänder Büro der US-Ratingagentur Fitch durchsucht. Vergangene Woche waren die Büros von Standard&Poor's (S&P) und Moody's durchsucht worden. Der Besuch der Steuerfahnder stand im Zusammenhang mit den im vergangenen Jahr eingeleiteten Ermittlungen wegen ungewöhnlicher Kursbewegungen an der Mailänder Börse. Die Staatsanwaltschaft von Trani weitete ihre Untersuchungen zudem aus und prüft jetzt auch die Herabstufung Italiens am 13. Jänner. Herausgefunden werden soll, ob vor der offiziellen Verkündung Insider-Informationen weitergegeben wurden. Die italienische Justiz hatte bereits im August die Mailänder Geschäftsraume von S&P durchsuchen lassen.

Die Staatsanwaltschaft in Trani geht dem Verdacht nach, dass die US-Ratingagenturen in ihrer täglichen Arbeit gegen die Regeln des Geschäfts verstoßen haben. Den Ermittlern liegen Strafanzeigen zweier Verbraucherverbände vor. In einer der Anzeigen wird die Veröffentlichung eines Moody's-Bericht im Mai 2010 bemängelt, in dem vor Ansteckungsgefahren der Griechenland-Krise für die italienischen Banken gewarnt wird. Die zweite Anzeige richtet sich gegen S&P, nachdem die Agentur im Mai dieses Jahres mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens gedroht hatte.

(APA)

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