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Stresstest à la USA: 103 Banken pleite

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von Agenturen/ekh | 24.07.2010 | 10:03

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Stresstest à la USA: 103 Banken pleite

In den USA hat die Zahl der Banken-Pleiten seit Jahresbeginn die 100er-Marke überschritten.

dpa

Das Klima für Banken im "Wilden Westen" bleibt weiter rau

Fast zwei Jahre nach dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise sind die Erschütterungen im US-Bankensektor immer noch deutlich zu spüren. Die Zahl der Banken-Pleiten überschritt in diesem Jahr bereits die 100er-Marke, wie der US-Einlagensicherungsfonds FDIC am Freitag (Ortszeit) in Washington mitteilte. Mit der Schließung von sieben weiteren Banken machten demnach seit Jahresbeginn 103 Finanzinstitute dicht.

Bei den jüngst geschlossenen US-Banken handelte es sich laut FDIC um regional oder lokal agierende Geldinstitute in den Bundesstaaten Oregon, Nevada, Minnesota, Kansas, South Carolina, Georgia und Florida. Ihre Vermögenswerte beliefen sich laut Stand vom 31. März zusammengenommen auf knapp 2,2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro), die Einlagen ihrer Kunden auf insgesamt gut zwei Milliarden Dollar. Den privatwirtschaftlichen Einlagensicherungsfonds DIF kosten die Pleiten laut FDIC-Schätzungen zusammen 431 Millionen Dollar.

Im Vorjahreszeitraum waren mit 64 Banken deutlich weniger Finanzinstitute in den USA geschlossen worden. Die Zahl der Banken in Schwierigkeiten stieg laut FDIC-Zahlen vom Mai im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zu Ende 2009 um gut zehn Prozent. Ende März kämpften demnach 775 US-Banken um ihr Überleben. So hoch war ihre Zahl seit 1993 nicht mehr.

Die weltweite Finanzkrise war mit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 ausgebrochen. Um eine derartige Krise in Zukunft zu verhindern, hatte der US-Kongress vor kurzem die umfassendste Finanzmarktreform seit mehr als 80 Jahren verabschiedet. US-Präsident Barack Obama setzte die Neuregelungen am Mittwoch in Kraft.

Das mehr als 2300 Seiten umfassende Reformgesetz sieht unter anderem die Einrichtung einer Verbraucherschutzbehörde unter dem Dach der US-Notenbank Fed vor und ein Frühwarnsystem. Vorgeschrieben wird auch eine bessere Kontrolle des Derivate-Handels und eine größere Transparenz und Haftung für Hedgefonds und Hypothekenhändler. Die vollständige Umsetzung der Reform könnte nach Einschätzung von Experten allerdings noch Monate oder sogar Jahre dauern, weil zahlreiche komplexe Regelungen ausformuliert werden müssen.

Die Finanzkrise hatte auch heftige Kritik an den hohen Bezügen von Bankmanagern ausgelöst. Der US-Sonderbeauftragte für Manager-Gehälter, Kenneth Feinberg, kritisierte am Freitag die Bonus-Zahlungen führender Finanzinstitute auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Zwischen Oktober 2008 und Februar 2009 zahlten demnach siebzehn US-Institute ihren Top-Managern insgesamt 1,7 Milliarden Dollar an "unklugen" Boni. Gleichzeitig hätten sie von der Regierung Hilfsgelder zur Bewältigung der Finanzkrise eingestrichen. Gerügt wurden unter anderem die Branchengrößen Goldman Sachs, J.P. Morgen Chase und die Citigroup sowie der Versicherungsgigant AIG.

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