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Porsche setzt auf Marktvertiefung statt Verbreiterung

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03.02.2012 | 14:35

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Porsche setzt auf Marktvertiefung statt Verbreiterung

Die deutsche Sportwagenschmiede startet mit sehr guten Absatzzahlen ins Jahr 2012 modifiziert die Modellpolitik. Statt der bislang diskutierten Strategie eines Angriffs auf Ferrari und die Einstiegsmärkte, soll vorerst die sehr junge Modellpalette breiter in den Markt gebracht werden.

Beigestellt

Porsche-Vertriebsvorstand Bernhard Maier steckt die Strategie für die nähere Zukunft ab

Der deutsche Sportwagenbauer Porsche tritt in seiner groß angelegten Wachstumsstrategie bei Ideen für weitere neue Modelle auf die Bremse. 2011 skizzierte der Konzern zwei Ideen für einen Angriff auf Ferrari und für ein Einsteigermodell. Inzwischen ist das plötzlich alles vom Tisch. "Wir haben im Rahmen unserer Strategie natürlich auch überprüft, in welchen Segmenten wir noch zu Hause sein könnten", sagte Porsche-Vertriebsvorstand Bernhard Maier der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Aber Porsche habe erst eine Vielzahl neuer Produkte auf die Schiene gesetzt und wolle diese nun erfolgreich in den Markt bringen. "Und dann können wir uns um die neuen Segmente kümmern, die für Porsche eventuell von Interesse sein könnten."
Das Unternehmen hatte 2011 mit Plänen für einen offenen Zweisitzer (Roadster) und einen Luxussportwagen im Ferrari-Segment von sich Reden gemacht. Beides sei nicht mehr aktuell, sagte Maier. Der Roadster hätte die Porsche-Preispalette weiter senken sollen, die derzeit bei etwa knapp 50.000 Euro beginnt. Als Vorbild war der historische 550 Spyder gedacht, den einst Filmstar James Dean fuhr. Porsche-Chef Matthias Müller - erklärter Fan des 550 Spyder - hatte zur Automesse IAA im vergangenen September angekündigt, dass er auf einen Startstuss für das Einsteigermodell noch im Jahr 2011 hoffe.

Kein „Billig-Porsche"

In der Absage sieht Vertriebschef Maier nun keine 180-Grad-Wende. "Es gab ja für die mögliche Neuauflage eines Spyder keinen verabschiedeten Plan, den wir jetzt auf Eis gelegt haben. Sondern wir haben uns im Rahmen unserer Strategie Mega- und Meta-Trends angeschaut. Wir haben dabei Segmente identifiziert, die für Porsche interessant sein könnten." Am Ende habe Porsche die Idee verworfen. Maier erteilte dem für Porsche günstigen Segment auch generell eine Absage: "Unter den aktuellen Rahmenbedingungen wird es einen Porsche für 30.000 Euro nicht geben können. Die Zeit ist einfach nicht reif dafür."

Porsche hatte außerdem über einen Ferrari-Konkurrenten laut nachgedacht. Dieser sollte die Preislücke zwischen dem teuersten 911 bei etwa 250.000 Euro und dem beschlossenen Supersportler 918 für 750.000 Euro schließen. Doch auch dieses Luxusauto für etwa 400.000 Euro stehe nicht mehr zur Debatte. "Dazu gibt es derzeit definitiv keine Entscheidung."

Mit Vollgas ins neue Jahr

Die derzeitige Strategie greift jedenfalls. "Im Januar lagen alle unsere Märkte leicht über dem sehr starken Vorjahr. Insofern ist das ein guter Start", sagte Porsche-Vertriebsvorstand Bernhard Maier der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr knapp 119.000 Wagen verkauft - so viele wie nie zuvor.
Vor allem Asien erwies sich als Treiber - und dort allen voran China mit einem Plus von 65 Prozent. "Ich bin sicher, dass China auch 2012 für uns noch einmal mit Wachstum verbunden sein wird", sagte Maier. "Wir rechnen dort erneut mit einem guten Jahr."

Umsatz und Gewinn für 2011 sollen erst Mitte März mitgeteilt werden. Eine eindeutige Tendenz gab Maier aber vor: "2011 war eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Unternehmens", sagte der Manager. "Unsere Auslieferungen an die Kunden sind um über 22 Prozent gestiegen - das wird auch Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis haben."

Porsche bleiben deutsche Wertarbeit

Als eine der größten Herausforderungen nannte der Vertriebs- und Marketingchef die langen Wartezeiten, mit denen die Kunden rechnen müssten. "Wir haben darauf reagiert. In Leipzig werden wir in wenigen Tagen auf einen Dreischichtbetrieb umstellen, um die Nachfrage auch bedienen zu können. Wir müssen bei den Wartezeiten wieder auf ein verträgliches, aber auch markenadäquates Maß zurückkommen."
"Beim Cayenne sind die Wartezeiten im Moment noch immer am größten, und zwar über fast alle Motorisierungen hinweg", sagte Maier. "Und beim 911 haben wir in Deutschland mittlerweile je nach Ausstattung Wartezeiten, die reichen bis über den Sommer hinaus - obwohl das Fahrzeug gerade eben erst auf den Markt gekommen ist. Auch da werden wir jetzt reagieren."
Die Autos fern der Heimat zu bauen, sei aber nach wie vor undenkbar. "Ein Standort im Ausland steht aktuell nicht zur Diskussion." Am Stammsitz Stuttgart-Zuffenhausen hat Porsche kürzlich Flächen dazugekauft, das Schwesterwerk in Leipzig wird schon erweitert.

(APA/dpa/ekh)

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1 Kommentar

was ist ein "markenadäquates maß an wartezeit"?

...ein ganz schöner großkotz, der porsche-angestellte namens maier!
der fugen-ferdl denkt sich das, hält aber vor den medien den mund.
si tacuisses, philosophus mansisses.

Von Gast: Gast: gast am 03.02.2012 um 17:22

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