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Der 900-Euro-Teppich, der 7,5 Millionen wert ist

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von APA/past | 27.01.2012 | 10:50

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Der 900-Euro-Teppich, der 7,5 Millionen wert ist

Prozess. Ein Augsburger Auktionator bewertete einen Teppich mit 900 Euro. Christie's in London wurde er jetzt um 7,2 Millionen versteigert.

EPA

Mit 7,2 Millionen Euro ist er der wohl teuerste Teppich der Welt, doch ein Augsburger Auktionator hat seinen Wert nicht erkannt.

Augsburg. Für einen Augsburger Auktionator wurde sein Beruf zum Albtraum: Den teuersten Teppich der Welt aus der persischen Provinz Kerman schätze er auf schlappe 900 Euro. Später brachte der Teppich mit dem Blatt- und Blumenmuster bei der Auktion 19.700 Euro ein. Bei einer erneuten Versteigerung im Londoner Auktionshaus Christie's erzielte der Läufer dann die Rekordsumme von umgerechnet 7,2 Millionen Euro.

Rechtsstreit

Die urpsrüngliche Besitzerin, eine ältere Dame, forderte Schadensersatz von dem Auktionator, der ihren geerbten Perserteppich falsch geschätzt hatte. Die Klägerin wirft ihm vor, dass er sich den sehr gut erhaltenen Teppich nicht genau angeschaut habe und schon nach einem kurzen Blick die Schätzsumme von 900 Euro notiert habe. Auch bei anderen Stücken habe er im "Sekundentakt" gearbeitet. "Das ging zack, zack", erzählte sie. Ihrer Ansicht nach hätte er Nachforschungen anstellen und erkennen müssen, dass es sich um einen außergewöhnlichen Teppich handelt.

Kein Schadenersatz

Das Gericht sieht das allerdings anders. Die 2. Zivilkammer des Landgerichts Augsburg wies die Klage der früheren Besitzerin ab. Der Auktionator muss den keinen Schadenersatz zahlen. Gut für ihn: Denn die rüstige Dame forderte für seine Fehleinschätung 350.000 Euro. Irgendwie verständlich, denn durch die falsche Expertenmeinung ist ihr ja schließlich viel Geld entgangen.

Unikat

Warum der 338 mal 153 Zentimeter große Perserteppich so wertvoll ist, hat mehrere Gründe: Sein hohes Alter, die Herkunft aus der persischen Provinz Kerman, die große Zahl der Knoten und die Tatsache, dass er sich einst im Besitz der Comtesse de Behague (1870-1939) befunden haben soll, die eine große Sammlung iranischer Kunst besaß.

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