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"Ich glaube schon, dass Geld glücklich macht"

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von Edith Lackner | 21.10.2011 | 18:06

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"Ich glaube schon, dass Geld glücklich macht"

Interview. Rapper Money Boy singt zwar dauernd über Geld, denkt aber selbst nicht wirklich oft drüber nach.

WirtschaftsBlatt/Mayr

"Tattoos finde ich eine gute Investition"

Facts

Money Boy - alias Sebastian Meisinger

Geboren 1981, studierte Publizistik und spielte vor seiner Musikerkarriere Basketball bei UBBC Wien Diamonds. Erster und größter Hit war 2010 "Dreh den Swag auf".

Sein zweites Video „Dreh den Swag auf" wurde auf YouTube über 13 Millionen Mal angeklickt - obwohl oder gerade weil dem Künstler eine gewisse Talentfreiheit zugesprochen wurde. Mittlerweile hat Money Boy einen Plattenvertrag bei Sony und Nachahmer in Deutschland. Das WirtschaftsBlatt hat ihn gemeinsam mit Fondsmanager Günther Schmitt (Raiffeisen Capital Management), ein Money Boy-Hörer der ersten Stunde, getroffen. Das Interview fand in einem Tattoo-Studio in Wien statt, wo sich der Musiker im Anschluss eine neue Tätowierung zulegte.

WirtschaftsBlatt: Money Boy, warum dieser Name?

Money Boy: Bei Rap hat Geld immer eine große Rolle gespielt. Ist ja klar, in den Ghettos, war das die Musik der Unterprivilegierten. Da ging's darum, rauszukommen. Wenn man es geschafft hat, hat man das in den Texten auch gesagt.

Sozialkritik gibt es in deinen Texten aber nicht. Die zentralen Themen sind Geld und Markenprodukte.

Ich hab schon das Gefühl, dass das ein bisschen drin steckt. Die Lifestyle-Beschreibung ist ja nicht da, um anzugeben, um Leute neidig zu machen. Ein junger unbekannter rappt über diese Dinge um einen Zustand zu kreieren, den er erreichen will. Das ist motivierend.

Macht Geld glücklich?

Ich glaub schon, dass Geld glücklich macht. Wenn man abgesichert ist, hat man gute Voraussetzungen, sich zu verwirklichen. Aber mit Geld merkt man vielleicht auch stärker die Sachen, die einen unglücklich machen können. Viele Sorgen fallen dann weg und man merkt, hey, das war gar nicht das finanzielle, was mich belastet hat.

Wen sollen die Texte über das Materielle eigentlich ansprechen?

Ich hab sicher Fans, auf die das zutrifft, die Gucci-Gürtel tragen und teure Autos fahren. Ich wurde in der Schweiz gebucht, für Leute, die in St. Gallen auf diese Elite-Uni gehen, die Porsche Cayenne und S-Klassen fahren, obwohl die noch nicht mal arbeiten. Die meisten Hörer sind aber Rapfans, die das gewohnt sind und cool finden. Das mit dem Geld ... Jedes Genre hat typische Dinge, die halt einfach so sind. Einen Krimi schreibt man auf eine gewisse Art und bei Rap ist es auch so: man rappt halt nicht, dass man Kräuter im Garten züchtet.

Betrifft dich die aktuelle wirtschaftliche Lage?

Ganz ehrlich, es beschäftigt mich nicht, weil mich das so ausfüllt, was ich gerade mache. Vielleicht ist das ignorant. Aber ich steh dazu. Die Zeit, mich mit finanziellen Dingen zu beschäftigen, nutze ich lieber, um zu produzieren. Da überleg' ich mir lieber jetzt ein paar neue Sachen, die mir meiner Meinung nach am Ende mehr Geld bringen, als wenn ich jetzt schaue: „wo krieg' ich ein paar Prozent mehr?". Ich geb' auch viel Geld aus für alle möglichen Dinge.

Zum Beispiel für Tattoos....

Bei einem Tattoo hab ich noch nie überlegt, das kostet so viel und das krieg ich wo anders billiger. Ich find' das eine gute Investition, das bleibt das ganze Leben.

Im Internet kann man lesen, du wettest auf Spiele der National Basketball Association. Bist du erfolgreich?

Jaaaaa.... Es gibt so ein Interview, das man leicht findet, weil's eines der ersten Money Boy-Interviews war. Das hab ich eigentlich selber mit mir geführt.

Aha, das hat auch so geklungen.

Ich wollt nur den Leuten Infos geben in Form eines Interviews. Da hab ich auch blöde Sachen gesagt. Einfach so. Gut, ich hab hin und wieder auf Basketballspiele gewettet, aber Glückspiele machen mir nicht so Spaß.

Du gewinnst im Lotto. Was kaufst du?

Ein Haus wahrscheinlich.

Klingt eh bescheiden...

Schon ein cooles Haus. Die Rapper haben ihre Cribs, sagen sie dazu.

Du musstest anfangs bestreiten, dass Money Boy eine Parodie ist. Gab es kein Kalkül hinter der ungewohnten Darbietung der ersten Videos?

Ich wollte was freshes machen, wo ich gewusst hab, da gibt's keinen anderen. Die Mechanismen, warum das ankommt, wusste ich nicht so genau, nur, dass etwas auf eine Weise aufgenommen wird, was so noch nicht da war. Ich hab nicht gedacht, dieses Video muss jetzt alle vor Fragen stellen. Ich konnte ja nicht wissen, dass das 13 Millionen Klicks bekommt.

Deine Karriere begann als YouTube Phänomen. Brauchst du Sony als Major-Label im Hintergrund?

Nein. Für mich war das immer auch ein PR-Moove um mich ein bisschen zu legitimieren. Und es haben so viele berichtet, Bild, RTL, ProSieben, ... „Money Boy, das Youtube-Phänomen mit Plattenvertrag". Weil die auch noch so ein bisschen in einer Zeit leben, wo sie sagen, mit Plattenvertrag hat es der Künstler geschafft. Aber das ist mittlerweile nicht mehr so, dass man ein Major-Label braucht.

Wenn man sich den Trend anschaut: Musikstreamingdienste wie Spotify, haben die ganzen Major-Labels dahinter, nicht die kleinen Independents.

Ja, sicher ist es nicht schlecht. Es hat mir geholfen. Aber ich finde eben, zum jetzigen Zeitpunkt brauch ich's nicht. „Dreh den Swag" auf war für mich erst der Anfang. Ich hab jetzt nicht vor, noch genau so ein Video zu machen. Ich bin dabei, den Leuten alle möglichen Facetten zu zeigen. Dieser künstliche Hype hat gar nicht so viel mit mir zu tun. Ich hab mich gefreut über das Medienecho. Aber ich hab mich da nie so gesehen, wenn die „Bild" geschrieben hat: „Schlechtester Rapper" oder so. Ich hab das nie so auf mich bezogen, drum war ich auch nie beleidigt. Ich möchte lieber dann ein Album bringen, wenn ICH dieses Momentum, diesen Hype kontrolliere.

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1 Kommentar

!!!

Moneytoy

Von Gast: Gast: Effenberg am 16.11.2011 um 23:51

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