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Gastkommentar: Basel II stellt viele heimische Betriebe ins Aus

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von Matthias Krenn | 25.06.2009 | 20:35

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Gastkommentar: Basel II stellt viele heimische Betriebe ins Aus

Gibt es weiterhin nur Absichtserklärungen, werden viele Unternehmen im Niemandsland landen.

WB/Tanzer

Matthias Krenn/Vizepräsident der Wirtschaftkammer Österreichs (RfW)

Die Wirtschaftskrise hat noch nicht einmal ihren negativen Höhepunkt erreicht, schon zeichnen sich die ersten Gewinner aus diesem Finanzdilemma ab: die Banken.

Die Regierung stellte anhand von Banken-Hilfspaketen Gelder zur Verfügung, mit denen sich diverse Geldinstitute anscheinend sanierten. Auflagen für diese Steuergelder gab es vonseiten der Republik nur unzureichende. Auch die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden für höhere Zinsaufschläge sowie Sicherheits- und Risikozuschläge wieder egalisiert - und die Kredite für die Wirtschaft somit de facto verteuert.

Die Banken verdienen sich so eine goldene Nase an der nach Krediten dürstenden Wirtschaft, während sich diese ihre Nase blutig stößt beim Versuch, leistbares Geld zu erhalten - ein unhaltbarer Zustand in Zeiten dieser weltweiten Finanzmisere. Basel II wurde so für die Banken zur Legitimation zum Abcashen der Kreditnehmer.

Diskussion.

Schon zu Beginn der Diskussion rund um die Einführung dieser Kreditrichtlinien hat der gesamte Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW) vor diesen wirtschaftsschädigenden Kriterien gewarnt und versucht, den Verantwortlichen aufzuzeigen, welche Prügel der heimischen Wirtschaft damit vor die Beine geworfen werden. Aber die wirtschaftlichen Verantwortungsträger haben der Wirtschaft Basel II schöngeredet. Eine eigene Roadshow quer durch Österreich wurde inszeniert, um diese Kreditregelungen den heimischen Unternehmern als neue Chance schmackhaft zu machen.

Der RfW fordert nicht nur mit Nachdruck die sofortige Aufhebung von Basel II, sondern appelliert auch an die Bundesregierung als Eigentümer der nunmehr verstaatlichten Kommunalkredit und des Austria Wirtschaftsservice (AWS), umgehend den Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben günstige, leistbare, rasch und unkompliziert zugängliche Kredite zur Verfügung zu stellen. Damit soll gleichzeitig und bewusst mit all jenen Banken - die immer noch an Basel II festhalten - im Sinne der heimischen Wirtschaft in Konkurrenz getreten werden.

Effizienz.

Es wäre ein erster und wichtiger Schritt dieser Regierung, um zu zeigen, dass diese es ernst meint, wenn es darum geht, den tausenden Betrieben rasch und effektiv unter die Arme zu greifen. Jeder Tag, jede Woche, die hier mit reinen Absichtserklärungen vergeudet wird, lässt weitere Betriebe unnötig im Aus stranden.

* Matthias Krenn ist Vizepräsident der Wirtschaftkammer Österreichs (RfW)

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4 Kommentare

Gejammer nicht angebracht!

Die Wirtschaftskammer müsste eigentlich wissen, dass viele Unternehmen in Österreich eine sehr schwache Eigenkapitaldecke haben. Diese Eigenkapitaldecke ist oft so schwach, dass viele Unternehmen, auch ohne schwaches Wirtschaftsumfeld, ein höheres Risiko für Insolvenzen tragen. Entstsprechend der KMU Studie der Creditreform hatten schon 2008 60% (=190.000) der Unternehmen Ertragseinbußen, die Erwartungen für 2009 sind noch schlechter. Bei etwa 190.000 Unternehmen ist die Eigenkapitalquote 2008 unter 30% gelegen, bie 54.000 Unternehmen sogar unter 10%. Auch Perspektiven, dass es besser werden könnte, sind nicht vorhanden.

Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Banken, vor Kreditvergabe, eine sehr genaue Prüfung machen müssen und es auch vielen Ablehnungen kommen. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Banken die Ersparnisse vieler Bürger verwalten und auch diesen Kunden gegenüber eine Verantwortung tragen.

Zur kurz gedacht!

Von Gast: Gast: ET am 28.06.2009 um 09:01

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Es erhebt sich die Frage...

...wer eigentlich die Geschäftsbanken braucht. Die haben ihr Geld auf den Caymans verzockt (u.a.) und die Rettung bezahlt der Steuerzahler. Kredit könnte die Kommunalkredit tatsächlich direkt geben, was Pleite geht an den Banken läßt man Pleite gehen, denn die Kosten der Einlagensicherung werden kleiner sein, als die Kosten der haftungen, die schlagend werden.
Es wäre tatsächlich besser, über staatliche Banken für mehr Wettbewerb zu sorgen, bzw. die Banken, die mit staatlichem Geld unterstützt wurden, an die Kandare zu nehmen.
Schließlich hat das Kapital der Wirtschaft und die Wirtschaft dem Volk zu dienen.
Offenbar habe aber Leute das Sagen, die es genau andersrum sehen...

Von Gast: Gast: schwarzepest am 27.06.2009 um 19:09

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Ordentlich?

Kann man den Beitrag nicht ordentlich machen? Hier wird wirklich Wichtiges gut dargestellt und dann findet man Fehler im Artikel der den Sinn des Satzes verdreht!

In einer reinen Wirtschaftszeitung erwart ich mir schon ein nochmaliges Durchlesen vor Veröffentlichung!

Von Gast: Gast: WinniePuh am 27.06.2009 um 18:44

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Textfehler?

Auch die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden für? (durch) höhere Zinsaufschläge sowie Sicherheits- und Risikozuschläge wieder egalisiert - und die Kredite für die Wirtschaft somit de facto verteuert.

"durch", ist hier das richtige Wort.

Von Gast: Gast: Schönleser am 27.06.2009 um 18:41

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