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Das Einfache ist am besten

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von Joe Hogan | 06.12.2009 | 17:35

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Das Einfache ist am besten

Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien zunehmend in den Größenordnungen der Massenproduktion ankommt.

ABB

Joe Hogan, ABB-CEO

Auch heute wird die Menschheit – wie an jedem anderen Tag in den vergangenen Jahren – über 116 Millionen Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre blasen. Die Emissionen steigen in diesem Jahrzehnt stärker an als in jeder anderen Dekade zuvor – trotz verbreiteter Sorgen um den Klimawandel. Ohne neue politische Maßnahmen wird der tägliche Ausstoß bis 2020 auf 140 Millionen Tonnen steigen. Da sich die Regierungen mit dem Abschluss eines neuen, global akzeptierbaren Umwelt­abkommens schwertun, sind die Probleme absehbar.

Es besteht jedoch nach wie vor Anlass zur Zuversicht. Insbesondere, da schon länger ­Lösungen bereitstehen, die wir zum Aufbau einer CO2-armen Energieversorgung nutzen können. Dank technologischer Fortschritte hat sich die Wettbewerbsfähigkeit von Wind- und Sonnenenergie zunehmend verbessert; sie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche am Energiemarkt. Es besteht ein großes Interesse an Offshore-Windparks, am Desertec-Projekt (bei dem Sonnenenergie in der Sahara erzeugt werden soll) und an vergleichbaren Projekten in den Wüsten Gobi und Mojave.

Neue Größenordnungen.

Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien zunehmend in den Größenordnungen der Massenproduktion ankommt.

Wenn wir es mit der Entwicklung von CO2-armen Energiequellen ernst meinen, müssen wir ein Energiesystem entwickeln, das diese für alle nutzbar machen kann: ein flexibles und effizientes Smart Grid, das unseren Stromverbrauch und die Verfügbarkeit von Sonnen- und Windenergie präzise ausbalanciert. Die Technologie existiert bereits, muss jedoch entsprechend eingesetzt werden.

Insgesamt ist die Bedeutung der erneuerbaren Energien ­jedoch zu relativieren. Die einzige bedeutsame Energiequelle, die wir heute einsetzen, ist die Wasserkraft. Weniger als drei Prozent der weltweit produzierten Strommenge stammen von anderen erneuerbaren Energien. Eine intensivere Nutzung kann also nur ein Teil unserer Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels sein.

Erstaunlicherweise wird der besten Möglichkeit zur Emissionsverringerung wenig Aufmerksamkeit geschenkt: der Energieeffizienz. Statistiken der International Energy Agency zeigen, dass ein effizienterer Energieeinsatz über die kommenden 20 Jahre mehr CO2-Emissionen verringern kann als alle anderen Optionen. Nach einer Studie des UN-Umweltprogramms der Vereinten Nationen und New Energy Finance flossen von den 112 Milliarden US-$, die 2008 weltweit in saubere Energien investiert wurden, nur 1,8 Milliarden US-$ in die Verbesserung der Energie-   effizienz. Die Unlust, in Energieeffizienz zu investieren, überrascht: Investitionen können gewöhnlich über niedrigere Energiekosten in weniger als zwei Jahren wettgemacht werden – und Unternehmen sind normalerweise an kurzfristigen Erträgen interessiert. Es geht also offensichtlich um etwas anderes.

Ein wesentliches Hindernis besteht in den geringen Kenntnissen über energieeffiziente Geräte in Privathaushalten, Unternehmen und bei der ­öffentlichen Hand, was durch das breite Spektrum verfügbarer Optionen noch komplizierter gemacht wird.

Zudem fehlen die Anreize. Weshalb sollte ein Vermieter in Energieeffizienz investieren, wenn in erster Linie der Mieter davon profitiert? Warum sollte ein Einkaufsmanager einen wichtigen Teil seines Budgets auf effiziente Geräte verwenden, wenn sich die Einsparungen in der Abteilung rechnen, die die Stromrechnung bezahlt?

 

Außerdem sind energieeffiziente Lösungen nur selten fotogen und viele tragen obskure Namen. Drehzahlgeregelte Antriebe, die die Effizienz von Elektromotoren erhöhen, befinden sich in einem schlichten Metallgehäuse, das darüber hinwegtäuscht, dass ihr Stromsparpotenzial um ein Vielfaches höher ist als jenes der berühmten Energiesparlampe.

Hohe Einsparungen.

Die EU tat im Juni einen wichtigen Schritt, als sie Effizienzstandards für Elektromotoren festlegte, die in der Industrie verwendet werden. Diese Maßnahme fand kaum Beachtung, obwohl sie bis 2020 zu Einsparungen von jährlich 135 Milliarden Kilowattstunden führen dürfte. Das sind dreimal höhere Einsparungen als jene, die durch den Austausch von Glühbirnen in der EU zu erwarten sind und entspricht ­einem Fünftel des Stromverbrauchs in Deutschland.

Regierungen können sehr effektiv mithelfen, indem sie Hürden für die Nutzung energieeffizienter Technologien erkennen und abbauen. Es ist ein schwieriges Unterfangen, die internationale Gemeinschaft auf bindende Ziele für den globalen CO2-Ausstoß festzulegen – und vergebliche Mühe, wenn wir nicht gleichzeitig Energie effizienter nutzen. Da mehr und mehr Energie in Form von Strom verwendet wird, ist es zwingend notwendig, dass wir uns darauf konzentrieren, die Nutzung elektrischer Energie zu verbessern – in jeder Phase von Produktion und Verbrauch.

* Joe Hogan ist CEO von ABB

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