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Gastkommentar: Leadership ist in Mode gekommen, Management ist out

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von Norbert Herbst | 03.02.2010 | 16:37

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Gastkommentar: Leadership ist in Mode gekommen, Management ist out

Ob Leadership oder Management – beide Qualitäten sind für den Erfolg eines Unternehmens notwendig.

Beigestellt

Norbert Herbst, Gründer ICG Infora

Seit einigen Jahren ist zum Thema Führungsstil ein interessanter Trend zu beobachten. Leadership ist in Mode gekommen – Management ist nicht mehr in.

Leadership oder Management? Die Diskussion darüber schwankt zwischen Extremen: Manager sind Anhänger der funktionalen Betriebswirtschaftslehre, für sie sind Menschen ein Produk­tionsfaktor, den es – wie alles andere – zu optimieren gilt. Ihre Hauptaufgaben sind Planen, Organisieren und Kontrollieren. Leader sind charismatische Persönlichkeiten, die die Zukunft erahnen und erspüren. Ihre Hauptaufgaben sind Meditieren, Erscheinen und Überzeugen. Management ist auf den mittleren Ebenen angesiedelt und dazu da, „die Dinge richtig zu tun“, also das Tagesgeschäft zu bewältigen. Leadership ist an der Unternehmens­spitze angesiedelt und dazu da, „die richtigen Dinge zu tun“. Management richtet sein Augenmerk auf Handlungsfähigkeit und Machbarkeit. Leadership hingegen auf die Begeisterung der Mitarbeiter. Leader gewinnen die Herzen der Menschen für Innovation und ­Veränderung.

Solche Unterschiede, die zu vorschnellen Bewertungen führen können, sind kritisch zu hinterfragen: Ist die Unterscheidung eine akademische Diskussion, ein von Beratern erfundener Modetrend oder ist die Differenzierung für die Praxis relevant? Welche Auswirkungen hat die Diskussion? Fallen die bisherigen Manager nun in eine Identitätskrise? Sind nun ­Leader Supermen, die in ­einem globalen und immer komplexer werdenden Umfeld die Welt der Unternehmen retten?

Gleichbedeutende Talente.

Die Diskussion der Unterschiede ist in der Praxis nahezu irrelevant. Hilfreich ist sie nur dann, wenn Leadership und Management als zwei unterschiedliche, aber gleichbedeutende Fähigkeiten betrachtet werden, die in unterschiedlicher Ausprägung in einer Person vereint sein können – und die es deshalb bei den Führungskräften zu entwickeln gilt. Beide Qualitäten sind für den Erfolg von Unternehmen notwendig. Um dies in die Entwicklungs­pläne von Führungskräften einfließen zu lassen, ist es hilfreich, das Ausmaß der Ausprägungen/Potenziale zu kennen und die beiden Begriffe klar zu ­unterscheiden.

Direkte Beziehungsarbeit.

Leadership umfasst alle Fähigkeiten, die zur direkten Beziehungsarbeit mit Mitarbeitern, Kollegen und dem übrigen beruflichen und sozialen Umfeld notwendig sind. Management dagegen umfasst die Fähigkeiten, die zur Bearbeitung von Aufgaben unterschiedlicher Komplexität erforderlich sind.

Es geht somit um die „Evolution“ von Personen, die für Organisationen Verantwortung tragen – vergleichbar mit jeder anderen „Evolution“ in sozialen Systemen.

* Norbert Herbst ist Gründer und Partner der ICG Infora Consulting Group

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