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Gastkommentar: Ist der Kapitalismus im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß?

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von Richard Quest | 26.01.2012 | 16:06

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Gastkommentar: Ist der Kapitalismus im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß?

Richard Quest, CNN Anchor und Korrespondent. Es scheint die Ansicht zu geben, dass der Kapitalismus die schlimmste Wirtschaftsform ist - abgesehen von allen anderen.

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Richard Quest, CNN Anchor und Korrespondent

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Die Wirtschaftssendung Quest Means Business wird bis einschließlich Freitag, 27. Januar, täglich um 20 Uhr live vom WEF auf CNN International gesendet.

Marketplace Europe mit Richard Quest kommt am Donnerstag, 26. Januar, um 20.45 Uhr ebenfalls live aus Davos. Weitere Informationen zum WEF finden Sie unter www.cnn.com/davos.

Davos, Schweiz (CNN). Die Welt ist noch immer von einem wirtschaftlichen Erdbeben erschüttert und täglich folgen Nachbeben aus Europa. Da ist es kaum verwunderlich, dass die Frage danach, ob der Kapitalismus tot ist, das Thema in Davos ist.

Am Eröffnungstag konzentrierte sich die Hauptdiskussion auf die Frage: „Ist der Kapitalismus des 20ten Jahrhunderts noch angemessen für die Gesellschaft des 21ten Jahrhunderts?"

Die Frage nach dem Warum ist schnell beantwortet. Nouriel Roubini, ehemals Ökonom im Weißen Haus, erinnerte uns daran, dass wir „wieder eine Ungleichheit wie 1929 zur Zeit der großen Depression" haben. Hohe Arbeitslosigkeit und Gehälter, die mit den rasant steigenden Lebenshaltungskosten nicht Schritt halten, führen zu einer weitverbreiteten negativen Stimmung gegen Eliten.

Den moralischen Kompass verloren

In den Augen vieler Arbeitnehmer, und speziell junger Menschen, habe die Geschäftswelt „ihren moralischen Kompass verloren", wie die Gewerkschaftsführerin Sharan Burrow in der heutigen Debatte herausstellte. „Wir brauchen einen neuen Ansatz. Wir müssen wieder zurück auf Null", mahnte sie. Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, hat keinen Zweifel daran, dass der Kapitalismus „überholt" ist und Talent, nicht Kapital, der Antrieb von Volkswirtschaften sein sollte.

Es scheint die Ansicht zu geben, dass der Kapitalismus die schlimmste Wirtschaftsform ist - abgesehen von allen anderen.

Zu sagen, das System müsse überarbeitet werden, ist ein Ausgangspunkt. Unternehmenslenker wie Muhtar Kent, CEO und Vorsitzender von Coca Cola, verbringen eine Menge Zeit damit, sich darüber Gedanken zu machen, was als nächstes auf uns zukommen könnte. Er glaubt, ein neues Modell, basierend auf einem Dreieck aus Regierung, Unternehmen und Gesellschaft, sei der Weg in die Zukunft. Aber warten Sie einen Moment.

Haben wir nicht genau das in den 1980er Jahren als „Stakeholder-Wirtschaft" bezeichnet? War nicht die Idee hinter den Anteilseignern so gestaltet, dass man mehr Menschen mit ins Boot holen und mehr Menschen das Gefühl geben wollte, dazuzugehören?

Ein anderer Kapitalismus

Viele wie Kent, der mehr als 700.000 Menschen beschäftigt, glauben, dass es eine umfassendere, integrierendere Form des Kapitalismus geben muss. Allerdings gibt es noch immer viel zu viele engstirnige Führungskräfte, die grundlegende Veränderungen nicht wirklich umsetzen wollen.

Wie uns das Scheitern des Kapitalismus im vergangenen Jahrzehnt gezeigt hat, handelt es sich lediglich um Lippenbekenntnisse solange keine tiefgreifenden Maßnahmen getroffen werden.

Während die Verschiebung wirtschaftlicher Kraft Richtung Osten unbestreitbar ist (Geschenkt, John Defterios, das bedeutet aber nicht, dass der Westen aus dem Rennen ist...), sollte niemand glauben, diese aufstrebenden Märkte seien die großen Vorbilder für ein neues Modell des Kapitalismus oder für die Schaffung von allgemeinem Wohlstand.

Es ist gut möglich, dass es auch in den BRIC-Staaten eine wachsende Mittelschicht gibt, jedoch dominieren dort noch immer Armut, Krankheiten und fehlende soziale Sicherungssysteme. Und diese Betrachtung lässt Korruption oder fehlende Unternehmenstransparenz noch außen vor.

Früher in dieser Woche nannte ich diesen Prozess im Bezug auf die Komplexität bei der Lösung der Eurokrise noch „Davos Do Little", Davos schafft wenig. Ich fange langsam an zu glauben, dass dies gar nicht zwingend so schlecht sein muss.

Nachdem es nicht allzu viel Zeit zu verschwenden gibt, etwas Unmögliches zu tun, sind die Protagonisten von Davos zumindest gewillt, über das zu sprechen, was noch kommen könnte. Kann mir nun bitte jemand sagen, wie genau ein neues Modell für den Kapitalismus aussehen könnte? Und vor allem, wie wir sicherstellen können, dass es sich bei dem neuen Modell nicht nur um das alte in neuer Aufmachung handelt?

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