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Große, böse Boni für Banker

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von Richard Quest | 27.01.2012 | 17:19

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Große, böse Boni für Banker

Richard Quest, CNN Anchor und Korrespondent. Es ist wahrscheinlich nicht überraschend, dass die Gesandten bei dem Zusammentreffen der Eliten in Davos das Thema Bonuszahlungen für Banker beschäftigt.

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Richard Quest, CNN Anchor und Korrespondent

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Die Wirtschaftssendung Quest Means Business ist montags bis freitags um 20 Uhr auf CNN International zu sehen.

Marketplace Europe mit Richard Quest läuft jeden Donnerstag um 20.45 Uhr auf CNN International. Weitere Informationen zum WEF finden Sie unter www.cnn.com/davos.

Davos, Schweiz (CNN). Anders als in den letzten Jahren, als die Banker ob ihrer immensen Vergütungspakete eine
gewisse Reue gezeigt hatten, gibt es in diesem Jahr einige Anzeichen für eine
Gegenbewegung. Mit den starken Gewinnen ist auch die Kultur der Boni in das Bankwesen
zurückgekehrt - zum Ärger vieler, wie dem britischen Premierminister David Cameron oder
dem Gouverneur der Bank of England, Sir Mervyn King.
Während Bonuszahlungen von Milliarden von Dollar als Belohnung vorbereitet werden,
sagen die Kritiker erneut, dass es sich dabei um eine ungerechtfertigte Bereicherung
handelt. Besonders in Fällen wie der Royal Bank of Scotland, die zunächst mit Steuergeldern
gerettet wurde und deren größter Anteilseigner nun die britische Regierung ist. Diese scheint
ihre Forderung durchgesetzt zu haben, nach der der Bonus von Stephen Hester, dem Chef
der Royal Bank of Scotland, anstatt zwei Millionen Pfund nun bei einer Million Pfund (genau:
963.000 Pfund) gedeckelt wird.

In Davos sprach ich mit Bob Diamond, dem CEO von Barclays, über dieses Thema. Er
sagte, dass es um das Prinzip von „Belohnung für Leistung" gehe. Diamond selbst hat nicht
vor in diesem Jahr Zugeständnisse bei seinem eigenen Bonus zu machen, der Berichten
zufolge über 15 Millionen Dollar beträgt. Stattdessen beharrt Diamond: „Jedes Mal wenn ich
einen Politiker über die Abschaffung der Vergütung von Misserfolgen sprechen höre, würde
ich sie lieber über die Vergütung von Erfolgen sprechen hören".
Er gab zu, dass die Gehälter in der Branche in diesem Jahr zurückgehen werden und man
sich seiner Umwelt gegenüber „mit Bedacht" verhalten müsse.

Auch Jamie Dimon, der Geschäftsführer von JP Morgan Chase, erkannte die Bedeutung von
Sensibilität. „Die Menschen sind wütend, weil eine Menge Leute an der Wall Street einen
Haufen Geld verdient haben als Unternehmen zusammengebrochen sind. Und ich kann
diese Wut nachvollziehen". Während er den besagten Vorgang eine „absolute Schande"
nannte, verteidigte er gleichzeitig die Haltung seiner Bank. „Wir hatten nie spezielle
Sondervergütungen. Wir haben immer anhand der Ergebnisse eines längeren Zeitraums
geurteilt".

Diese Haltung wird Politiker wie Michel Barnier, den EU-Kommissar für
Finanzdienstleistungen, wohl kaum zufriedenstellen. Seiner Meinung nach wurde noch nicht
genug getan. Er sagte mir, er hoffe, dass bis zum Ende des Jahres neue Regularien für die
Vergütung verabschiedet werden können. Diese Entscheidung wäre im Londoner
Bankendistrikt zutiefst unpopulär und würde die Sicht vieler Finanziers bestätigen, die
Barnier für keinen Freund der Finanzwirtschaft halten.

Die Argumente sind in diesem Jahr weder neu noch stärker als in den vergangenen Jahren.
Es ist schwierig zu rechtfertigen, warum Menschen in der Finanzwelt solch immense Boni
erhalten. In der Financial Times meinte John Gapper, dass man „offenbar ganz einfach eine
Menge Schokolade essen kann, wenn man in einer Schokoladenfabrik arbeitet". An diesem
Punkt scheint leider etwas dran zu sein.
Ich bin überzeugt, dass Bob Diamond seine Umwelt mit Bedacht behandeln wird. Doch es ist
wohl nicht genug, wenn die Kritiker wie Aasgeier abwarten und dann die ausgezahlten Boni
angreifen. Ich frage mich, ob die Finanzwelt nichts aus den letzten drei Jahren gelernt hat.
Boni sind schön und gut, doch ein wenig Fingerspitzengefühl wäre durchaus angebracht in
Zeiten, in denen so viele unter Sparmaßnahmen leiden, ihre Arbeitsplätze verlieren und nicht
wissen, wie sie die Rechnungen bezahlen sollen. Ein bisschen Dankbarkeit und weniger Gier
würden nicht schaden.

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