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Paradox, aber wahr: Zerfall der Eurozone ist nicht finanzierbar

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von Franz Maier | 06.02.2012 | 12:03

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Paradox, aber wahr: Zerfall der Eurozone ist nicht finanzierbar

Franz Maier, Generaldirektor Atradius Österreich. Ein „geordneter" Ausstieg aus der Eurozone ist unwahrscheinlich.

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Franz Maier, Generaldirektor Atradius Österreich

Auch nach der Herabstufung von neun Ländern der Eurozone und zuletzt des europäischen Rettungsfonds EFSF durch Standard & Poor's ist ein Zerfall der europäischen Währungsunion nicht finanzierbar. Trotz der Rettungsmaßnahmen, die eingeleitet wurden, ist es zu einem massiven Verlust des Vertrauens gekommen, und somit wurden Anzeichen für eine drohende Rezession sowie negative Spekulationen über eine Euro-Trennung angeheizt.

Tiefe Verflechtung. Die ­Eurozone ist jedoch tief ­miteinander verflochten: wirtschaftlich, finanziell und rechtlich. Ein Aufbrechen einer solchen Verflechtung ist Neuland für die Politik. Ein „geordneter" Ausstieg aus der Eurozone ist unwahrscheinlich, da dies eine totale Geheimhaltung erfordern würde - bis zu dem Punkt, wo der Exit auch wirklich geschieht. Falls jedoch Investoren Wind von einem geplanten Exit bekommen würden, gäbe es im Fall Griechenland einen Ansturm auf die griechischen Finanzmärkte, und alle Investitionen würden mit einem Schlag zurückgezogen werden. Dies würde zu unüberbrückbaren finanziellen Problemen führen und das Ende für griechische Banken, Unternehmen und Haushalte bedeuten.

Würde Deutschland zur D-Mark zurückkehren, hätte dies einen rund 20-prozentigen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts über die nächsten drei Jahre zur Folge, im Fall Griechenlands wären rund 30 bis 40 Prozent des BIP vernichtet. Als Fazit sind die ­Kosten einer Trennung für die Eurozone nicht tragbar.

Schwaches Wachstum. Die europäischen Staats- und ­Regierungschefs der Union werden zusammenhalten. Sie werden jedoch nicht in der Lage sein, in absehbarer Zeit eine absolute Lösung für die Krise zu finden. Der Fortschritt wird in kleinen Schritten stattfinden, was wiederum zu einer anhaltenden Unsicherheit und einem schwachen Wirtschaftswachstum führt.

Während die Eurozone als Ganzes 2012 eine seichte Rezession erwarten kann, werden sich das Wachstum und das Vertrauen der Wirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahres langsam wieder stabilisieren. Ebenso wird meiner ­Meinung nach der Druck auf die Staatsschulden geringer werden, jedoch wird die Arbeitslosigkeit weiter ein Problem bleiben - vor allem für die schwächeren Länder. Der internationale Handel wird wachsen, unterstützt durch die Nachfrage aus den schnell wachsenden Schwellenländern. Die Kreditbedingungen werden angespannt und die Insolvenzraten weiterhin auf höherem Level bleiben, aber das wirtschaftliche Umfeld wird allmählich heller werden.

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