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Dialog-backdrop Alles wahr? Alles falsch?Doris & John Naisbitt: Was ist China wirklich? Ein totalitäres kommunistisches Regime oder ein Regierungsmodell im Wandel? Sie sind nicht vertrauenswürdig - sie sind verlässliche Partner. Sie sind kalt und berechnend - sie sind warmherzig. Sie sind rückständig - sie sind ultramodern. Sie leben ohne Meinungsfreiheit - sie sind frei wie noch nie. Alles wahr, alles falsch. Eines aber stimmt immer: Sie sind Chinesen. Ihr Denken und Handeln entspringt ihrer Jahrtausende alten Geschichte und Kultur. Und wer mit ihnen gemeinsame Sache machen möchte, sollte besser wissen, mit wem er es zu tun hat. Was also ist China wirklich? Ein totalitäres kommunistisches Regime oder ein Regierungsmodell im Wandel? Ein Blutsauger westlichen Knowhows oder schier unerschöpflicher Absatzmarkt? Je nach Fokus und Sichtweise: alles wahr, alles falsch. Denn kein Land hat mehr Gesichter als China. Wer nach dem "Roten China" sucht, wird vergeblich Ausschau halten. Denn das China von heute ist ein Land ohne Ideologie. Zwar hält Chinas Kommunistische Partei seit ihrer Gründung im Jahr 1921 eisern an ihrem Namen fest, doch dahinter verbergen sich überwiegend unternehmerische Strukturen und Denkweisen. Wettbewerb und Leistung sind die treibenden Kräfte. Dies gilt für die Politik ebenso wie für die Wirtschaft und hat einerseits zu rasantem Wachstum, andererseits zu Umweltverschmutzung, Korruption und sozialen Spannungen geführt. Denn China ist Industrienation und Entwicklungsland zugleich. Der Anteil der Landbevölkerung liegt bei nahezu 50 Prozent. Doch die Urbanisierung schreitet ungestüm fort. Heute schon zählen über 200 Städte Chinas mehr als eine Million Einwohner. Chongqing ist mit 32 Millionen die bevölkerungsreichste Stadt der Welt. Für Kinder zahlloser Bauern in den ländlichen Regionen ist der tägliche Schulweg immer noch der Weg von einem Jahrhundert ins nächste. Ihre Ausbildung ist der Schlüssel zu ihrem Aufstieg in den Mittelstand, der mit mehr als 300 Millionen Menschen bereits der Gesamtbevölkerung der USA entspricht. Schlaraffenland des Konsums Insgesamt verfügt China mit über 800 Millionen Menschen über die größte Anzahl erwerbstätiger Personen weltweit. Der Inlandsverbrauch steigt beständig, und nicht nur Europas Unternehmer träumen von China als Schlaraffenland des Konsums. Von Januar bis Oktober 2011 stiegen die ausländischen Direktinvestitionen auf über 95 Milliarden $.Dass lokale Partner ausländische Urheberrechte oftmals als Gastgeschenk betrachten, ist ebenso eine Tatsache wie die Anstrengungen der Regierung, die rechtlichen Standards international auszurichten. Tatsächlich wird Chinas Bruttoinlandsprodukt zu 70 Prozent von privaten Unternehmen erwirtschaftet. Mehr als 40 Millionen KMU kämpfen um einen Platz an der Sonne. Gleichzeitig haben sich private und staatliche Unternehmen vom überfüllten heimischen Markt internationalen Märkten zugewandt. Im nächsten Jahrzehnt werden Chinas Auslandsinvestitionen auf zwei Billionen $steigen. Das einst so verschlossene Reich der Mitte ist heute eng mit der globalen Wirtschaft vernetzt. In Chengdu, der 14 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Sichuans, von der aus unser Naisbitt China Institute die Entwicklung des aufstrebenden Westens Chinas recherchiert, haben 200 der "Fortune 500"-Unternehmen eine Niederlassung. Allein im Tianfu-Softwarepark befinden sich mehr als 70 Forschungsinstitute, 30 Technologiezentren und 50 staatliche Forschungslaboratorien. "Vom Imitator zum Innovator" ist in China längst kein leeres Versprechen mehr. "Bewegt euren Hintern hierher und macht euch ein Bild davon, wie es hier wirklich ist," lautete der drastische Aufruf des Vizepräsidenten des finnischen IT-Unternehmens Tieto, das auch in Österreich eine Niederlassung hat, an seine Zentrale. Er trifft den Nagel auf den Kopf: "Der Westen hat noch immer nicht verstanden, dass China in Jahrhundert-Dimensionen denkt. Sie planen nicht für das 21., sondern bereits für das 22. Jahrhundert." Das China von heute ist ein Land der Widersprüche und Versprechen. Zu viel an seinem Image in der Welt ist von Klischees geprägt, zu wenig wird seiner Vielfalt gerecht. "China heute und morgen" zeigt die Gesichter Chinas, wie wir sie persönlich erleben, sein Potenzial, seine Chancen und Risiken. Und die Menschen, die das China von morgen gestalten werden. Infos dazu finden Sie unter www.naisbitt.com und http://doris.naisbitt.com mehr Ivy League… |
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