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Leitartikel: Standort - Österreich wird zur lahmen Ente

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von Robert Lechner | 08.09.2009 | 16:04

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Leitartikel: Standort - Österreich wird zur lahmen Ente

Während sich das Büro von Bundeskanzler Werner Faymann um „Wetter und Sonnenlicht“ sowie möglicherweise „quakende Enten“ während der Aufzeichnung des ORF-Sommergesprächs sorgt, Justizministerin Claudia Bandion-Ortner gerne auf der Busspur fahren würde und Bildungsministerin Claudia Schmied gerade den Begriff „bonitätsmäßig einwandfreie Transaktionen“ neu definiert, fällt Österreich als internationaler Wirtschaftsstandort deutlich zurück.

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Gemäß World Economic Forum sind wir gegenüber dem Vorjahr von Platz 14 auf 17 abgesackt. Problem dabei: In vielen Businessplänen für ausländische Investitionen in Österreich kommt das WEF-Ranking als Referenz vor. Das nun die Politik rasch etwas daran ändert und die Rahmenbedingungen verbessert, ist angesichts des oben erwähnten Problemspektrums unwahrscheinlich.

Dennoch muss etwas geschehen. Denn viele der im WEF-Bericht angesprochenen Probleme sind seit langem bekannt. So etwa jenes, dass es in Österreich besonders lange dauert, ein Unternehmen zu gründen. Mit durchschnittlich 28 Tagen rangiert Österreich auf Rang 78 von 129 untersuchten Staaten. Gemäß den Daten des WEF wird man sogar in Pakistan und Albanien wesentlich schneller Unternehmer als hierzulande.

Beim Kriterium, wie flexibel Unternehmen Löhne und Gehälter festsetzen können, rangieren wir sogar auf dem letzen Platz. Alles kein Problem, würden Zyniker wohl sagen. Denn wer erst gar kein Unternehmen gründen kann, braucht sich ja schließlich auch keine Sorgen über leistungsgerechte Entlohnung zu machen. Nachhaltiges Rezept ist das freilich keines.
Handlungsbedarf besteht auch bei der Finanzierung von Unternehmen.

Dass Österreich in punkto Zugang zu Venture-Kapital in der Gegend von Tunesien und China rangiert ist ebenso ein Armutszeugnis, wie die vom WEF aufgedeckten Schwierigkeiten, sich über die Börse Geld zu beschaffen. Eine rasche Klärung der diversen Anlegerskandale könnte hilfreich sein.
Zweifel an solchen Studien mögen berechtigt sein, die Alarmglocken sollten dennoch schrillen. Und zwar in den Kabinetten. Wenn dort einmal über effizientere Bürokratie und besseren Zugang zum Kapitalmarkt genauso engagiert diskutiert wird, wie über eventuell quakende Enten bei einer TV-Aufzeichnung, ist Österreich auf dem richtigen Weg.

Positive Beispiele gibt es ja: Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung hat das Land einem anderen Ranking zufolge soeben den Sprung unter die Top der EU-Staaten geschafft.

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2 Kommentare

Neoliberale aller Länder vereinigt euch...

...im Wirtschaftsblatt. Die Rankings des WEF sind in etwa so aussagekräftig wie die Rankings von Derivaten, Optionen und Futures durch S&P und Kollegen im Jahr 2007. Was wollen wir? Den ersten Platz? Wurscht, Hauptsache nach oben? Ok, dann ab durch die arbeitsmarktpolitische Zeitmaschine ins Mittelalter. Feudalherrschaft des Geldes (also der Kapitalisten, frei nach Marx), Kinderarbeit kann im Marktdogma effizient sein - Gerechtigkeit ist keine Markteigenschaft. Weg mit öffentlichen Investitionen in Gesundheit, Bildung, Integration, Verwaltung, Verkehr und Umwelt? Auch gut. Also zurück vor Keynes. Alle Räder auf Anfang stellen bitte, die Rankings zwingen uns dazu.

HerrLechner, lernen Sie Geschichte!

Von Gast: Gast: Freakonom am 09.09.2009 um 11:00

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Leitl fragen und machen lassen!

Über elementare Fragen wie Froschgequake, Entengeschnatter und Wind in der Fönfrisur mag man sich im Nahbereich des HBK Sorgen machen.
Wie man die Qualität eines Wirtschaftsstandortes schnell, effizient und nachhaltig hebt, hat Leitl in OÖ vorgezeigt. Seit er von OÖ weg ist, gehts damit leider schon wieder abwärts.

Von Gast: Gast: gründer am 08.09.2009 um 16:58

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