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Leitartikel: GM hat recht, Magna einen Imageschaden

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von Hans-Jörg Bruckberger | 04.11.2009 | 16:48

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Leitartikel: GM hat recht, Magna einen Imageschaden

Der einzig wirkliche Verlierer ist die deutsche ­Politik, der wieder einmal vor Augen geführt wurde, wer in der Welt das Sagen hat.

WB/Peroutka

Zitiert

Hans-Jörg Bruckberger

Vielleicht hat die Opel-Schlappe aber sogar ihr Gutes

Wir haben es geahnt. „Vielleicht will GM Opel ja gar nicht (mehr) verkaufen“, ­haben wir an dieser Stelle Ende August ­geschrieben. Als dann verkündet wurde, dass Magna den Zuschlag für Opel bekommt und ganz Deutschland applaudierte, waren wir in der ­Redaktion skeptisch. Denn nebenbei hieß es damals schon, dass noch Details geklärt und bestimmte Bedingungen erfüllt, werden müssen. Eine definitive Lösung schaut anders aus. Spielen die Amerikaner auf Zeit und warten die deutschen Wahlen ab, um Angela Merkel zumindest den schlimmsten politischen Schaden zu ersparen? Ja, genau das taten sie.

Lassen wir jeglichen Patriotismus und europäisches Selbstwertgefühl mal beiseite und betrachten die Geschichte ganz sachlich. Tut man das, so kann man General Motors (GM) keinen Vorwurf machen. Die Amerikaner haben einfach ihr Recht als Eigentümer gewahrt. Als solcher ist es legitim, sich Zeit zu lassen und ­einen Rückzieher zu machen. Offen­bar war das Vertragswerk auch so ausgestaltet, dass GM eine Ausstiegsklausel hatte. Wer sich darauf einlässt, muss damit rechnen, dass es auch dazu kommen kann.

Genau genommen hat GM das sogar clever gemacht: Anstatt in größter Not voreilig zu verkaufen, haben die Amerikaner auf Zeit gespielt. Jetzt schaut die Konjunktur wieder besser aus, GM ist nach erfolgreichem Chapter-11-Verfah­ren aus dem Gröbsten draußen und hat wieder etwas finanziellen Spielraum. Wieso soll man sich dann aus Europa zurückziehen und einen neuen Konkurrenten in Russland einhandeln? Klar stecken hinter der verbesserten Situation bei GM Staatshilfen, doch darüber dürfen sich Europäer nicht aufregen – sie hätten Magna ja auch welche gewährt.

Für Magna, besonders für CEO Sigi Wolf, ist die Causa Opel natürlich eine Niederlage. Viel Zeit, Energie, und letztendlich auch Geld, wurde investiert. Und jetzt steht man mit leeren Händen da. Dass Wolf für GM Verständnis zeigt, ist klar – GM ist ein wichtiger Kunde. Ein Imageschaden bleibt jedenfalls, ­zudem hat man sich mit den Opel-Plänen bei ­Kunden keine Freunde gemacht. Als Zulieferer mit großer Abhängigkeit von US-Kunden, die wie Chrysler ­abspringen oder wie GM kleinere Brötchen backen, braucht Magna nun dringend einen Plan B. Andererseits kann man durchaus sagen: „Wer weiß, wofür diese Niederlage gut ist“. Denn mit Opel wäre Magna ein hohes Risiko eingegangen, ein Erfolg keineswegs garantiert gewesen. Letzteres gilt auch für die ­österreichischen Standorte – vielleicht wären ­Kapazitäten nach Russland abgezogen worden.

Der einzig wirkliche Verlierer ist die deutsche ­Politik, der wieder einmal vor Augen geführt wurde, wer in der Welt das Sagen hat. Bis zur nächsten Wahl ist das aber auch wieder vergessen.

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9 Kommentare

Man könnte sich bei Magna auch neue Geschäftsfelder suchen


[indem man z. B. Ersatzteile und Zubehör für Rennpferde ins (Er-)Zeugungsprogramm aufnimmt...].

Von Gast: Gast: ökono-mist am 07.11.2009 um 03:15

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auch ein blindes huhn findet mal ein korn

"haben wir an dieser Stelle Ende August ­geschrieben".... lieber Autor, brauchst Du eine Zusammenfassung über all das was Ihr seit Ende August über den Deal geschrieben habt?!?! Könnte ja unter der Rubrik "heitere Wirtschaftsblattgeschichten" gepostet werden...

Von Gast: Gast: gast am 05.11.2009 um 21:14

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Mich würde interessieren...

...ob dem Autor des Artikels Begriffe wie "Ehre, Anstand, Vertrauen, Menschenwürde uvm." bekannt sind.

Ansonsten würde er nicht nur vom cleveren Verhalten GM`s berichten sondern auch anführen, dass genau dieses Verhalten bis zum Himmel stinkt und eine äußert erbärmliche Dimension erreicht hat!

So weit sind wir gekommen, tolle Gesellschaft!

Von Gast: Gast: Schwarze Pest am 05.11.2009 um 17:30

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"Danke für den großartigen Einsatz - Fr. Merkel"

Wird der Verwaltungsrat von GM nicht von der amerikanischen Regierung mehrheitl.besetzt bzw. kontrolliert? Haben sie doch 50 Mrd Dollar investiert. Dann muss man sich die Frage stellen " Warum hat Angie nicht intensiver mit der US-Regierung gesprochen, um ihren Wunschpartner für Opel - MAGNA - zu bekommen. MAGNA hat aus meiner Sicht ALLES Mögliche getan und wurde wiedereinmal von den großmauligen dt. Politikern im Stich gelassen (Wahl-Luftblase).

Von Gast: Gast: XIGSLJ am 05.11.2009 um 08:02

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Re: versager

nicht die merkel allein hat versagt: die gesamte eu ist für die katz', solange sie nach der pfeife des bankrotten amerikas tanzt...

Von Gast: Gast: sirnicha am 05.11.2009 um 10:07

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Re: Danke für Ihre leider unbelohnte Mühe, Frau Merkel

Ich finde es skandalös, Frau Merkel jetzt als die Buhfrau und Verliererin hinzustellen, denn sie hat sich wirklich für Opel eingesetzt und um eine gute Lösung auch für die Arbeitnehmer zu finden. Daß sie keinen Hehl daraus gemacht hat und mehr oder weniger druckvoll klar gemacht hat, daß nur bei einem Verkauf an Magna, die als einzige ein wirkliches Zukunftskonzept für Opel vorgelegt haben, halte ich für keinen Fehler sondern für konsequent. Daß das parasitäre Verhalten von GM im Wirtschaftsblatt und leider nicht nur dort gelobt wird, halte ich für ebenso skandalös. Nachdem Opel schon jahrzehntelang als Melkkuh für MGM herhalten mußte, besteht die Gefahr. daß GM jetzt endgültig an die Wand fährt. Sollte schon Geld an GM geflossen sein, muß dies zurückgefordert werden und bei Schließung von Opel nochmals ordentlich Schadenersatz eingefordert werden. Wenn GM zahlungsunfähig sein sollte, muß eben die amerikanische Regierung zahlen. Das ist sie nämlich schuldig

Von Gast: Gast: Über den eigenen Tellerrand hinaus Denker am 05.11.2009 um 08:31

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Re: Re: Sehe es genau so...

...Frau Merkel hat getan was sie konnte; MAGNA hat getan was sie konnten; vor allem die leidgeprüften Opelaner hätten einen wichtigen und schmerzhaften Beitrag zur Erhaltung ihrer Arbeitsplätze geleistet.

Opel baut wieder gute Autos, schade um diese ungenützte Chance.

Doch was mich nach diesem Fiasko persönlich mehr beschäftigt, ist die Frage:

"Brauchen wir überhaupt noch Politik???" Brauchen wir generell einen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Wandel?

Wäre interessant, wenn diese Fragen einmal vom Wirtschaftsblatt aufgegriffen würden.

Von Gast: Gast: Dr. A. B. am 05.11.2009 um 11:00

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Traurig! !

Na da habens die Amis den Europäern wieder mal gezeigt !
Die sind doch um vieles schlauer - ? oder ?
Waren der Zeit doch schon immer um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte voraus !
Mir tut der arme Wolf leid, der sich monatelang eingesetzt hat, immer Positives ausgestrahlt hat ( wie das nur möglich ist , ist mir zwar ein Rätsel --- Sekte ????) aber er hat sicher jede Menge Energie da rein gesteckt.

Ich für mich habe beschlossen mit sicherheit keinen OPEL mehr zu kaufen. Die Amis sollen sich ihre Fahrzeuge doch selbst kaufen !!!!

GM will doch nur die Förergelder der Europäer nach Amerika transferieren - wennn da die supertollen Politiekr nicht eine Machtha be dagegen finden ist ein Aufstand der Arbeiter, der Steurzahler, usw nur gerechtfertigt !!!

Wehrt euch gegen die Übermacht der USA !!!
Die waren es doch. die dasWeltsystem zum Einsturz gebracht haben !!!
Was im moment passiert ist nur ein provisorischer Stützversuch !!!
Der echte Einsturz steht erst bevor !!!!

Von Gast: Gast: Stalin am 04.11.2009 um 19:21

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Re: Traurig ist das wirklich, skandalös aber auch

"Wer den Schaden hat, hat auch den Spott" heißt es hierzulande in einem Sprichwort und das ist wohl auch wahr. Dabei ist aber noch lange nicht gesagt, daß dies auch zurecht so ist. Es ist meines Erachtens schon etwas merkwürdig und das ist nocht gelinde ausgedrückt, daß parasitäres Verhalten wie hier von GM hier im Wirtschaftsblatt auch noch als clever gewürdigt wird. Das ist nach meinem Dafürhalten auch blanker Zynismus. Wenn jemand nicht arbeiten gehen möchte und einfach sich von der Öffentlichkeit sein Leben finanzieren lassen will und es auch tut, wird gemeinhin als Sozialschmarotzer verachtet. Ist er aber Manager in gehobener Position, wird er aber als besonders klug und erfolgreich wie ein Star in den Himmel gehoben. Wer arm ist, dem unterstellt man meistens auch, daß er zumindest zwielichtig ist. Ein Bettler gilt ja beinahe schon als kriminell. Wer bescheiden ist, sich auch mit weniger begnügt, sich nicht für den Besten hält, der gilt in unserer Welt als Idiot. Traurig nicht?

Von Gast: Gast: über den eigenen Tellerrand hinaus Denker am 05.11.2009 um 08:54

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