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Dialog-backdrop Leitartikel: Schweinegrippe - die Angst vor dem KrampusWas also bleibt, ist eine virtuelle Aufregung, die sich genauso wieder legen wird wie die Angst vor der Vogelgrippe. Die Österreicher sind diesen Herbst im Stress. Zunächst stehen sie stundenlang Schlange, weil sie wegen des Wintereinbruchs ihre Autoreifen wechseln müssen. Und ab heute heißt es Warten bei den sogenannten Impfstraßen der Magistrate, weil man dort gegen die Schweinegrippe geimpft werden kann. Wir leben im Zeitalter der Hysterie! Im Wochentakt wird der Bürger mit Warnungen vor Stürmen, Hochwasser, Schneemassen, Spekulanten und Studenten überhäuft. Die Warnung vor allen möglichen Viren passt da gut ins Bild. Jetzt müssen wir uns also vor der Schweinegrippe fürchten. Glaubt man vereinzelten Medien, kommt sie wie die mittelalterliche Pest über uns und wird uns für unser Freveltum bestrafen. Rein medizinisch gesehen ist die Panik vor der Schweinegrippe ein kompletter Unsinn. Sie ist bisher weltweit nämlich mild verlaufen. „Schutz ja, Panik nein“, titelt das WirtschaftsBlatt heute. Das trifft auch die Stimmung in den Unternehmen. Gerade von solchen, die in Osteuropa engagiert sind. Natürlich gehört es dazu, sich auf einen Worst Case vorzubereiten. Aber von einem solchen sind wir noch meilenweit entfernt. Es besteht also nicht der geringste Grund, hektisch Impfstraßen aufzusuchen. Besser ist es, cool abzuwarten. Noch dazu, da die Impfstoffe, die dort verabreicht werden, gar nicht langfristig getestet werden konnten. So gesehen ist die Impfaktion ein gelungener Versuchstest. Das verführt Verschwörungstheoretiker immer wieder zur Annahme, dass die Pharmaindustrie die Schweinegrippe gleichsam in einer konspirativen Aktion absichtlich in die Welt gesetzt hätte. Faktum ist zwar, dass die Impfstoffhersteller mit der Hysterie ein gutes Geschäft machen, aber ansonsten gilt es, die Kirche im Dorf zu lassen. Bleibt noch der mögliche volkswirtschaftliche Schaden, der durch die Schweinegrippe ausgelöst werden könnte. Experten beziffern den Schaden mit zwischen 1,3 und 5,1 Milliarden € allein für Österreich. Aber auch hier muss man die Relationen sehen. Schon eine normale Grippewelle sorgt im Tourismus und in der Gastronomie für starke Einbußen. Was also bleibt, ist eine virtuelle Aufregung, die sich genauso wieder legen wird wie die Angst vor der Vogelgrippe. Der heimischen Politik muss an dieser Stelle noch ein Kompliment gemacht werden. Sie hat bisher ruhig und sachlich reagiert und sich von der Boulevard-Panik nicht treiben lassen. Warten wir also gespannt auf die nächste Warnung. Demnächst steht ja der Krampus vor der Tür. mehr Kommentare…
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