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Leitartikel: Kärnten braucht einen Manager an der Spitze

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von Alexis Johann | 21.01.2010 | 17:51

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Leitartikel: Kärnten braucht einen Manager an der Spitze

Kärnten benötigt Neuwahlen und eine neue Regierung, die die ökonomischen Warnsignale, die schon bald zu sozialen Problemen werden, ernst nimmt.

WB/Mayr

Zitiert

Alexis Johann

Die ­Faschingsprinzen stehen Problemen hilflos gegenüber

Kein Kärntner, der sein Bundesland verlässt, muss sich nicht für die Ereignisse in seiner Heimat rechtfertigen. „Man kann die ­Herkunft leugnen oder hoffen, dass das Bundesland von Italien annektiert wird“, scherzt der IV-Ökonom Christian Helmenstein.

Doch hinter dem Sarkasmus verbirgt sich für die Wirtschaft rund um den ­Wörthersee eine reale Gefahr. Es droht der ökonomische Ausnahmezustand. Obwohl Kärnten seine Jugend besser ausbildet als andere Länder, obwohl der Strukturwandel – weg von der Grundstoffindustrie hin zu forschungslastigen Zukunftssektoren – früher als anderswo bewältigt wurde, zeigen aktuelle Statistiken, dass es in hohem Tempo abwärts geht. Der Schuldenstand, schon jetzt der höchste in ganz Österreich, verdoppelt sich in den kommenden vier Jahren, Konzerne wälzen Abwanderungspläne und Bundesförderstellen zögern mit der Freigabe von Mitteln.

Ständige politische Interventionen, vermutete Bestechungsversuche sowie undurchdringbare Seilschaften sind Gift für den Standort. Was in Kärnten gut läuft, geht auf Erfolge der Vergangenheit in den 80er und 90 Jahren zurück. Jetzt wird das Land  an die Wand gefahren. Die Trauer um Jörg Haider verhalf seinen Nachfolgern zum Wahlsieg. Doch diese entpuppen sich als Faschings­prinzen, die den Problemen hilflos gegenüberstehen.

Die Ohnmacht kaschieren sie mit Aggression, die von Wien bis München sauer aufstößt.

Dass Kärntens Industrie-Vertreter nun die Vorzüge des Standorts nach außen tragen wollen, um weitere Abwanderung zu ­verhindern, ist tapfer, wird jedoch nichts ändern. Erst wenn Landes­hauptmann Gerhard Dörfler kein Mikrofon mehr findet, wird das Land keine negativen Schlagzeilen mehr machen.

Kärnten benötigt zuerst Neuwahlen und dann eine neue Regierung, die die ökonomischen Warnsignale, die schon bald zu sozialen Problemen werden, ernst nimmt. Wahlen gewinnt man selten mit Wirtschaftsthemen, diesmal könnte es gelingen, wenn sich die Parteien der Vernunft auf einen Kandidaten mit Reputation einigen. Kärnten hat viele erfolgreiche Manager wie Peter Brabek oder Peter Löscher.

Sie zweifeln? In Russland setzt Präsident Dimitri Medwedjew auf den Industriekapitän Alexander Chloponin, der im unruhigen Nordkaukasus für Ruhe sorgen soll. Ökonomischer Frieden strahlt auf die Menschen ab.

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8 Kommentare

Wer ist schuld? Auch die Medien...

Wenn mit Wirtschaftsthemen keine Wahlen zu gewinnen sind, liegt die Schuld wohl bei den Medien, die den Menschen die Bedeutung dieser Themen offenbar nicht vermitteln kann. Wieso ist Oberösterreich schuldenlos und wird nicht ständig lobenswert erwähnt? Die Ursache für die Katastrophe und die hohe Verschuldung in Kärnten aber auch anderswo ist der Mangel an Verantwortung der Politik gegenüber zukünftigen Generationen und der Umstand, dass jedes Skirennen live im TV übertragen wird, aber der Bericht des Staatsschuldenausschusses - überlegen Sie mal, welches Thema die Zukunft entscheidend bestimmt - nicht. Die Österreicher bekommen Brot und Spiele und der Rest ist ihnen offenbar wurscht, weil Randthemen in den Medien hochgespielt werden. Statt „Es lebe der Sport“ sollte von den Österreichern längst „Auf zum Rapport“ aufgelegt werden. Alles andere führt zum Desaster.

Von Gast: Gast: Reinhard Bimashofer Institut für Angewandte Politische Ökonomie am 25.01.2010 um 07:53

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Wofür steht Kärnten?

unpolemische Antwort: keine Ahnung, mir fällt aber auch kein Unternehmen von Rang ein.

polemische Antwort: Peinlichkeit, und Fasching ohne Ende

Von Gast: Gast: Open Source Banking Now! am 23.01.2010 um 10:47

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Re: Unternehmen von Rang

In Kärnten gibt es genügend Unternehmen von Rang (Wietersdorfer, Infineon, Papierholz Austria, Offner Unternhemensgruppe, Alpina Sicherheitssysteme, um nur einige zu nennen) , nur leider sind diese nie in den Schlagzeilen, denn die gehören ja den Politikern, die dieses Land mit System in den Abgrund fahren!!!!

Von Gast: Gast: ko am 28.01.2010 um 08:02

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Hmmm ....

Ohne die Kasperlpartie in der kärntner Landesregierung jetzt schönreden zu wollen, aber wenn bestimmte staatliche Fördergesellschaften jetzt Projekte in Kärnten nicht mehr fördern wollen, klingt das doch eher nach Korruption und Parteienfinanzierung in diesen Fördergesellschaften als nach Missständen in Kärnten. Wenn irgendwer aus der IV da so genau Bescheid weiß, sollte er vielleicht einmal vom Staatsanwalt als Zeuge vorgeladen werden.

Von Gast: Gast: Helmut Pfnoidl am 22.01.2010 um 14:39

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Re: @eher nach Korruption

Fördergesellschaften stellen fest: Brain Drain und nicht Brain Gain,
damit ist die Sache entschieden deswegen gilt der Satz "Die ­Faschingsprinzen stehen Problemen hilflos gegenüber ".

Die Hilflosigkeit besteht genau darin diesen Zusammenhang nicht zu erkennen.

Oder können sie sich vorstellen, dass in Kärnten ein Data Center für Open Source Banking entsteht, von der Kärntner Wirtschaft Anschub finanziert und der Kärntner Wirtschaft selbst genutzt?

Von Gast: Gast: Open Source Banking Now! am 23.01.2010 um 11:06

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Kärnten und Österreich brauchen ein strenges Korruptionsstrafrecht!

Die Politikerklasse mit ihren nahestehenden Wirtschaftsorganisationen (Banken, Bauwirtschaft..) muss eindlich ein Korruptionsstrafrecht einführen das Haftstrafen verhängt die sich an der Schadenssumme orientieren. Anders wird unser Staat weiter ausgeblutet. Wenn Beamte oder Politiker Millionenschäden verursachen, und sich selbst und ihre Freunde bereichern müssen Strafen wie bei Diebstahl verhängt werden, also mehrjährige Haftstrafen. Dies muss auch für die Teile der Justiz gelten die Korruptionsermittlungen ständig verhindern (politische Staatsanwälte). Aber das ist in Österreich wohl nur ein Traum, der Tago Korrupti wird bei uns weiterhin schöner klingen als in Süditalien!

Von Gast: Gast: Robin Hood am 22.01.2010 um 10:48

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Kärnten ist anders!

Lieber Herr Alexis! Sie sprechen mir aus der Seele. Es ist schlimm genug, dass man sich in der Zwischenzeit für seine Herkunft schämen muss. Dass Menschen wie Herr LH Döfler weiterhin Wählerstimmen finden ist der täglichen Gehirnwäsche im Bundesland Kärnten zu verdanken. Steter Tropfen höhlt den Stein .... und so instrumentalisieren die Herren den ORF und die Printmedien. Solange aber die restlichen Kärntner Parteien nicht auf die Idee kommen, dass der Durchschnittswähler ein Wahlprogramm noch nie in Händen gehalten hat und es sich bei der Stimmabgabe um eine Symphatiesache handelt, solange werden Politiker wie LH Dörfler auch am Ruder sitzen!

Von Gast: Gast: ko am 22.01.2010 um 09:14

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Warum mahnt die IV erst jetzt???

Unter Haider war es ganz genauso und die IV hat geschwiegen. Ein Schelm wer denkt, daß man es damals halt besser "absprechen" konnte. Damals hat es aber auch mehr Mut gebraucht um gegen den "Landesfürst" zu protestieren, bei der Chaostruppe jetzt ist es leicht.

Von Gast: Gast: HPH am 22.01.2010 um 08:40

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