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Beobachtet: Töchter als Problem

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von Irina Frühmann | 27.01.2010 | 16:58

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Beobachtet: Töchter als Problem

In den expansiven Boomzeiten waren die Kinder brave Cashbringer. Der Gewinn floss – die Mütter waren stolz auf ihre Töchter.

WB/Mayr

In letzter Zeit sind auffallend viele Töchter unbequem geworden: Von der Immofinanz-Tochter Immoeast über die CA Immo-Tochter CA Immo International und der Volksbank-Tochter Europolis bis hin zum „inoffiziellen, nicht anerkannten Conwert-Ableger“ Eco Business – überall gibt es Überlegungen, wie beziehungsweise ob es mit den Kindern weitergehen soll. Von Fusion über ­Liquidation bis zu Verkauf und Partner­suche werden unterschiedlich krasse Szenarien erwogen und diskutiert.

Verlustzone.

Diese um sich greifende Abkühlung und Ernüchterung der Familienliebe ist kein Zufall. Der Grund:  Alle diese Kinder sind im Zuge des erwachenden Immo-Booms gegründet worden und haben zumindest ursprüng­lich einen starken Osteuropa-Fokus. In den expansiven Boomzeiten waren die Töchter dann auch brave Cashbringer. Ihre Portfolios wurden Jahr für Jahr analog zu den marktüblichen Preisen aufgewertet. Der Gewinn floss – die Mütter waren stolz auf ihre Töchter.
Jetzt ist das anders. CA Immo International hat in den ersten drei Quartalen 2009 einen Verlust von 106,6 Millionen € eingefahren, 127 Millionen € waren Portfolioabwertungen. Europolis hat das zweite Verlustjahr in Folge hinter sich und fährt auf Sparkurs: 20 Prozent der Kosten wurden eingespart, Leute abgebaut. Immoeast hatte ohnehin einen Geburtsfehler, wie Immofinanz- und Immoeast-Chef Eduard Zehetner gerne für die nun beschlossene Fusion argumentiert. Und Eco Business, an der Conwert 24,9 Prozent hält, hat zum dritten Quartal 2009 einen Periodenverlust von
8,2 Millionen € eingefahren.

Investoren machen Druck.

Dass die Firmen operativ ganz gut unterwegs sind, tröstet die Mütter nicht ausreichend. Denn sie sind selbst unter Druck und ­haben mehr oder weniger eine Durststrecke hinter sich. Und sie müssen sich Fragen ihrer Investoren gefallen lassen. Nicht alle verstehen, warum etwa Conwert im Laufe der vergangenen Jahre so stark bei Eco aufgestockt hat. Nicht alle Investoren finden es toll, dass CA Immo an der CA Immo International mittlerweile 62 Prozent hält.

Wie es weitergeht? Das wird sein wie im echten Leben: Die meisten Mütter werden ihre Tochter, wenn auch mürrisch, durch die Krise begleiten und aufpäppeln. Manche werden das Kind verstoßen und hin und wieder gibt’s in biblischer ­Manier irgendwo eine Liquidierung.

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