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Bilanz der Woche: Der soziale Klimawandel

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von Peter Muzik | 04.02.2010 | 16:50

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Bilanz der Woche: Der soziale Klimawandel

Vorerst kann man happy sein, dassunsere Gewerkschaften bislang nicht mit ungezügelter Maßlosigkeit agiert haben.

WB/Tanzer

Erst kürzlich haben die Unternehmerverbände in Deutschland eine „Lohnpause“ gefordert. Das Potenzial für Gehaltssteigerungen sei nahezu ­erschöpft, lautete ihr auf der Gegenseite vielfach ­unverstandenes Argument.

Prompt wird die Gangart bei Lohnverhandlungen im Nachbarland härter: Der öffentliche Dienst verlangt – ausgerechnet jetzt – ein Gesamtpaket aus Lohnzuwächsen, Jobsicherung und Altersteilzeit-Maßnahmen, das einem Plus von fünf Prozent entspricht. Die Warnstreiks, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat, sind seit Mittwoch voll im Gange. Zigtausende Staatsdiener haben in Krankenhäusern, im öffent­lichen Nahverkehr, bei der Müllabfuhr oder in Kindertages­stätten die Arbeit niedergelegt.

Staatliche Provokation.

Die Protestwelle ist deutlich mehr als das gewohnte taktische Geplänkel zwischen Arbeitgeber Bund und seinen Bediensteten – das bislang immer noch zu einem für beide Seiten akzeptablen Kompromiss geführt hat.

Diesmal brechen krisenbedingt tiefe gesellschaftspolitische Konflikte auf, die zu einem spannungsgeladenen sozialen ­Klimawandel führen könnten – nicht nur in Deutschland.

Verdi-Chef Frank Bsirske etwa hält es für eine ­Provokation, dass der Staat – Originalzitat – „den ­Reichen Milliarden in den Hintern schiebt“, aber ­angesichts der leeren Kassen für den öffentlichen Dienst nichts rausrücken möchte.

Nicht maßlos.

Der durch die Wirtschaftskrise verschärfte Verteilungskampf bleibt auch Österreich garantiert nicht erspart. Vorerst kann man nur happy sein, dass beispielsweise unsere Gewerkschaften bislang nicht mit einer ungezügelten Maßlosigkeit agiert haben, wie sie nunmehr in Deutschland spürbar wird.

Manche Wortmeldungen in jüngster Zeit lassen dennoch Schlimmes befürchten: Der oberösterreichische SP-Soziallandesrat Josef Ackerl etwa möchte mit dem Vorschlag punkten, den Spitzensteuersatz für Schwerverdiener mit mehr als 350.000 € jährlichem Bruttoeinkommen auf bis zu 70 Prozent zu erhöhen. Er lässt damit jenes Augenmaß vermissen, das bei einem verantwortungsvollen Politiker zur Grundausstattung zählen sollte.

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2 Kommentare

Diesmal brechen krisenbedingt tiefe gesellschaftspolitische Konflikte auf!

Exzellente Formulierung.
Genau das wird das Kernthema der kommenden Dekade sein. Das Perverse in Deutschland sind die Akteure in dieser Sache. Es sind nicht die Massen von Menschen, welche als Verlierer der Gesellschaft gelten, es sind die 100%ig geschützten Beschäftigten des öff. Dienstes, welche von der Privatwirtschaft einen immer grösseren Anteil an der realen Wertschöpfung absaugen wollen.

Die Aussage, dass sich die Gewerkschaften in Österreich in Zurückhaltung übten, stimmt für die GÖD eher nicht. Die Pragamtisierten greifen ordentlich rein. Einmal automatisch durch die Vorrückungen, dann noch bei den jährlichen Verhandlungen. Garniert wird das noch mit laufender Leistungsverweigerung. So kostet in Ö der aktive öff. Dienst schon >40 Mrd. Euro pro Jahr. 10 Mrd. für die Ruhestandsgenüsse und noch 7 Mrd. für die Zinsen und schon sind die gesamten Steuereinnahmen weg.

Von Gast: Gast: ET am 07.02.2010 um 08:01

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Re: Spannend wird jene spezielle Wählerkoalition

die sich derzeit noch ÖVP nennt. Über den Daumen Peilung, die ÖVP geht solange zur Urne bis sie bricht, nicht unähnlich der italienischen Democrazia Cristiana.

Von Gast: Gast: Open Source Banking Now! am 07.02.2010 um 20:36

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