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Beobachtet: Mehr Geld für Orchideen

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von Bernhard Fischer | 05.02.2010 | 17:05

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Beobachtet: Mehr Geld für Orchideen

Wissenschafts­ministerin Beatrix Karl gibt der Grundlagenforschung gegenüber der angewandten, unternehmensorientierten Forschung den klaren Vorzug.

WB/Peroutka

Die frischgebackene Wissenschafts­ministerin Beatrix Karl gibt der Grundlagenforschung gegenüber der angewandten, unternehmensorientierten Forschung den klaren Vorzug. Auch budgetär soll die Grundlagen­forschung gestärkt werden. Das gleicht einem Paradigmenwechsel in Österreichs Forschungspolitik, wurde die Grund­lagenforschung doch stets ins Orchideeneck verbannt – immer mit dem Nimbus der Geldverschwendung. Denn Grundlagenforsch­ung sei zu wenig output­orientiert, reale Effekte für die Wirtschaft  seien in konjunkturell schwachen Zeiten dringender gefragt.

Ad acta.

Unter ihrem Vorgänger Johannes Hahn, der allzu verständnisvoll gegenüber der angewandten Forschung war, hatte der Wissenschaftsfonds FWF im Namen der Grundlagenforschung ein schweres Los zu tragen. Das Ergebnis: Die indirekten Forsch­ungskosten an den Universitäten (Overheadkosten) wurden nicht mehr abgedeckt, und die Exzellenz­cluster – paralleluniversitäre Forsch­ungs­strukturen für die Spitzenforschung – wurden ad acta gelegt.
Die Begründung dafür war immer die Budgetnot.

Jetzt will sich die Ministerin für die Wünsche des FWF stark machen. Das würde auch bedeuten, dass Finanzminister Josef Pröll mehr Geld locker machen müsste: 50 Millionen € pro Jahr allein für die Etablierung der Exzellenzcluster und mindestens 30 Millionen € für den Ersatz der Overheadkosten. Der Ersatz dieser Forschungsnebenkosten ist ein kritischer Punkt: Rund 85 Prozent der gesamten Grundlagenforschung Öst­erreichs spielen sich an den Universitäten ab. Dass das Budget für die Overheadkosten gekappt wurde, hat der FWF bereits als „leistungsfeindlich“ kritisiert. Darüber hinaus musste der FWF bereits zwei Drittel aller Förderanträge ablehnen. Dagegen werden 80 Prozent aller Anträge in der angewandten Forschung von der einer anderen Institution, der FFG, bewilligt.

Nun besteht die Chance, den Kurs zu korrigieren und Östereich doch noch zu einem „Innovation Leader“ statt einem „Follower“ zu machen.

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