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Dialog-backdrop Leitartikel: Auf dem Weg zur Selbstbedienungs-RepublikAuch die schärfste Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren kann in den wenigsten Fällen als Entschuldigung für offensichtlich falsches Verhalten dienen. Fehlende Entscheidungen im Fall Libro; bisher keine sichtbaren Konsequenzen für unerklärliche Machenschaften rund um Immofinanz alt; Bankmanager, die ganze Institute versenkt haben und nun seelenruhig Rennpferde züchten; Unternehmenschefs, die auf einem riesigen Bauskandal sitzen und simple Rechercheanfragen mit Klagsdrohungen beantworten; ein ehemaliger Finanzminister, der trotz Buwog-Desaster weiterhin in jede auf ihn gerichtete Kamera grinst; 300 versenkte Millionen bei Spekulationsgeschäften der ÖBB, und keinerlei substanzielle Neuigkeiten darüber, wie es mit den Anlegerverfahren rund um frühere Meinl-Gesellschaften weitergehen soll – in Österreich steigt das Empfinden, dass in Sachen Gerechtigkeit Stillstand herrscht. Selbst wenn bei vielen sogenannten Affären keine strafrechtlichen Konsequenzen übrig bleiben, die moralische Komponente des Wirtschaftens bleibt derzeit arg auf der Strecke. Es geht in Richtung Selbstbedienungs-Republik. Mit Gutmenschen-Getue hat das alles nichts zu tun. Das wäre ein allzu einfaches Argument, um ein Innehalten und Reflektieren darüber zu verhindern, was sich in den Köpfen einst hoch angesehener Entscheidungsträger abspielt beziehungsweise abgespielt hat. Auch die schärfste Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts kann Wirklich unangenehm ist das sozioökonomische Klima derzeit auch für das Rückgrat jeder Volkswirtschaft, die klein- und mittelständischen Unternehmen. Wenn wieder einmal eine Bank einen Kreditantrag mit dem Vermerk „Leider nicht“ retourniert, beschleicht so manchen Betriebseigentümer ein seltsames Gefühl: Offensichtlich ist das Rad, an dem ich drehe, nicht groß genug, das Risiko zu überschaubar, das Vorhaben nicht dreist genug. Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Kommentare…
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3 Kommentare
Partei, Kammer und Kirchenfilz
wenn die 'Justiz' nur bei ausgestreckten Haenden aktiv wird dann weiss man wieviel die Uhr geschlagen hat
Von Gast: Gast: Heinz Geyer am 08.02.2010 um 09:27
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Stimmt!
Bemerkenswert ist, dass sich alles im Dunstkreis der Parteien abspielte und noch immer abspielt. Die Parteien haben eben eine Haufen degenerierter Superbonzen über Dekaden herangezogen und kennen es gar nicht mehr anders.
Von Gast: Gast: ET am 08.02.2010 um 07:12
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Re: Nicht zu vergessen...
...eine vollkommen außer Rand und Band geratene Justiz, die offensichtlich Großbetrüger solange deckt, bis alles verjährt ist, die jeden Staatsanwalt, wenn er nun auch nur in die Nähe einer Anklage kommt, sofort vom Fall abzieht, damit wieder bei Null angefangen werden muss und die mutmaßlichen Täter möglichst lange Zeit haben, alle Spuren zu verwischen.
Dazu noch die völlige Verseuchung der Gerichte mit Personen, denen der Schutz der Täter weit wichtiger ist, als Schutz und Entschädigung der Opfer, unabhängig von der Art der Verbrechen.
Eine straff geführte und unbestechliche, unparteiische Justiz ist die Grundlage eines funktionierenden Staates.
In Österreich haben wir diese Grundlage längst abgeschafft...
Von Gast: Gast: pest am 08.02.2010 um 09:24
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