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Dialog-backdrop Leitartikel: Sind wir ein Volk von Schlawinern?Um gleich auf die Frage in der Headline zu kommen: Ja. Wir Österreicher sind Schlawiner. Wir müssen es sein. Weil wir lieber Schlawiner sind als dumm. Wer sich hierzulande nicht in der berühmten Grauzone durchs Leben pfuscht oder improvisiert, der ist ehrlich. Ehrlich – wie das schon klingt. Doch der Reihe nach. Was Betrug, Korruption, das „Sichrichten“ angeht, haben wir hervorragende Lehrer: Die Kaste der Politiker und die sie umgebenden Satrapen in staatsnahen Betrieben leben es uns seit Jahrzehnten vor, wie es funktioniert: „Ein bisserl was geht immer.“ So müsste eigentlich unsere Bundeshymne lauten. Das „Bisserl“, vom AKH-Skandal bis zur Hypo-Affäre, ufert den Schaden betreffend dann meist in die Milliarden aus. Doch wenn schon, denn schon. Hypo- und Buwog-Skandal haben aber auch ihr Gutes. Vor elf Jahren umgab sich das damals „blaue Reichsviertel“ ja mit einem absoluten Saubermann-Image. Viele, die mit der FPÖ an sich nichts am Hut hatten, hielten es tatsächlich für möglich, dass es „der Haider anders macht“. Nunmehr existiert sozusagen der historische Beweis, dass es in Österreich völlig egal ist, wer regiert: Skandalrepublik bleibt Skandalrepublik. Und wo ein Sumpf, da bleiben die „Skandal-Adabeis“ nicht aus. Berater und sonstige Profis, die auch ein wenig mitnaschen wollen. Einzigartig an der österreichischen Skandalkultur ist, dass die handelnden Oberschlawiner, so sie einmal öffentlich demaskiert sind, weder ein Unrechtsbewusstsein entwickeln noch das geringste Bedürfnis verspüren, voll Scham von der Bildfläche zu verschwinden. Es ist österreichische Polit-Kultur, dass der in die Lucona-Affäre tief verstrickte Innenminister heute noch immer als Pensionistenvertreter für seine Partei aktiv ist. Kein Wunder also, wenn die schon etwas ergraute Buberlpartie samt Kumpanei emsig von einem Seitenblicke-Termin zum nächsten hetzt. Man sieht sich von den Medien und einer „Skandaljustiz“ verfolgt, aber nicht im Unrecht. Das ist verständlich: Wer in Österreich einen Kaugummi klaut, ist ein Krimineller. Wer ein paar Milliönchen einstreift und dieselbigen hinterzieht, ist zumindest in seinen Kreisen ein Held. Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Kommentare…
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1 Kommentar
Das einzig Gute an dem ganzen Schlamassel.....
...ist, dass jetzt - im Unterschied zu früher - doch einiges ans Tageslicht gezerrt wird, egal, wer sich dagegen wehrt. Aber einige sind doch gleicher als die Menge der anderen.
Und: "Schlawiner" ist keine Abkürzung für "schlaue Wiener"....
Von Gast: Gast: Gast am 17.08.2010 um 08:32
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