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Dialog-backdrop An Gasteins Wasserfall ist Neues im FlussMichael J.Mayr. Neue Pioniere kommen nun doch in das vom Verfall gekennzeichnete Gastein. Ein neuer Rettungsversuch unter positiven Vorzeichen. Denkt man an Badgastein, kommen einem unweigerlich zwei Dinge in den Sinn: Kuranstalt und morbider Charme. Der seit bald vierzig Jahren währende Verfall der Wahrzeichengebäude im Ortszentrum unterstreicht den Eindruck. Dass daneben ein modernes Skigebiet und vieles mehr entstanden ist, ging außerhalb des Tales unter. Doch nach und nach bekommen die neuen Gastein-Pioniere Oberwasser. Dass Red Bull den einzigartigen Talschluss mit seinem Skispektakel „Play Street" bespielt und dass Hans Peter Haselsteiner das Desaster mit „Investor" Franz Duval beenden und das denkmalgeschützte Ensemble links und rechts des Wasserfalls um gut und gern hundert Millionen € neu erstrahlen lassen will, sind starke Signale: Badgastein ist nicht verloren. Längst ist im Sog der großen Magneten Neues am Wasserfall im Fluss. Das Skizentrum Sportgastein ist zu einem alpenweiten Tiefschneefahrer-Dorado geworden. Fast jeder zweite Skigast dort ist heute ein Freerider, und die Draufgänger aus Skandinavien, Japan, den USA und wo auch überall sonst noch her in ihren bunten Klamotten werden täglich mehr. Ebenso wenig zu übersehen sind die Eiskletterer, die Snowboarder und im Sommer die Golfer, Tennisspieler sowie Mountainbiker. Unterstützt durch schlagzeilenträchtige bzw. twittertaugliche Events, hat Gastein bei der Jugend die Kurve schon einmal gekratzt. In der Lage liegt die Kraft. Über alle Krisen hinweg sticht in dem Salzburger Bergtal die unvergleichliche Lage als Trumpf. Das Ineinanderfließen von sanften Bergrücken und schroffen Felsen, gekrönt von heißen Quellen hat die Gastein-Erbauer der Belle Epoque angetrieben und treibt die Investoren von heute an. Wie das geplante Haselsteiner-Engagement zeigt, werden die Geldquellen hier immer wieder sprudeln. So passen auch andere Gedanken zu Gastein: „Alles fließt", ist der eine, und das Sprichwort von den drei Generationen ist der andere: Die erste baut auf, die zweite aus und die dritte ab. Gastein ist hier später entstandenen Tourismushochburgen voraus. Hier war man wohlbestallter „Weltkurort" für Europas Blaublut- und Kulturadel, da stand im Zillertal noch kein Hotel. Anderswo kommt erst die dritte Wirtegeneration ans Werk - die Gasteiner blicken schon auf die vierte zurück, darunter etliche zugezogene Glücksritter. Doch alles ist im Fluss und Gastein am Ende zu stark, als dass es den Bach runtergeht.
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