Dienstag, 22. Mai 2012 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

Beobachtet: How to Alienate Women

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

von Petra Spescha | 07.02.2012 | 00:33

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

Beobachtet: How to Alienate Women

Petra Spescha. Wie Frauen die Autoindustrie retten und was es dazu braucht.

WB_Peroutka

Jetzt ist also wissenschaftlich bewiesen, was in Wahrheit ohnehin längst die Spatzen von den Dächern pfeifen: Frauen kaufen weniger Autos als Männer. Und prompt sehen Wissenschaftler, Autobauer und -händler die Frauen mit ihrem Kaufpotenzial als Retter der bestenfalls stagnierenden Absatzzahlen der westeuropäischen Autoindustrie.

Sehr schmeichelhaft. Aber wenn wir Frauen der Branche schon aus der Patsche helfen sollen, muss sich das gesamte Auftreten der Industrie gründlich ändern. Wenn zum Beispiel auf den Automessen dieser Welt die neuesten Modelle präsentiert werden, fühlt man sich als Frau in Textil zwischen all den Männern und PS-Girls in knappen Bikinis wie ein Vegetarier in der Metzgerei. Unter diesen Umständen ist das Verlangen nach einem Bummel über das Gelände, Ausprobieren oder Anfassen der Ausstellungsstücke endenwollend. Wenig Spaß macht auch der Autokauf. Vor allem dann, wenn der Verkäufer (vorausgesetzt, er nimmt eine Frau im Geschäft überhaupt als potenzielle Kundin und nicht als mehr oder weniger unsichtbares Begleitwerk eines Mannes wahr) einen mit technischen Details zu Hubraum und PS-Leistung langweilt und davon schwärmt, wie der angepriesene Wagen alle anderen Modelle beim "Hazerl" an der Ampel stehen lässt.

Dass Frauen diese Zahlen mit Verlaub nicht interessieren, liegt nicht etwa an unserem mangelnden Technikverständnis. Es sind schlicht die falschen Daten, die sie uns vorkauen.

Status Frau. Uns interessiert, wie hoch die Kofferraumkante ist, damit wir wissen, ob wir unsere Taschen auch selbst ins Auto wuchten können. Wir wollen sehen, wie viel der Kofferraum fasst - nicht in Litern oder Kubikmetern, sondern in Kinderwagen, Einkaufstüten und Mineralwasserkisten. Wir wollen wissen, wie teuer der Wagen in der Erhaltung ist, inklusive Reifen, Versicherung, Steuern, allfälligen Reparaturen und Sprit. Wir sorgen uns um unsere Sicherheit und wollen mit dem neuen Auto die Umwelt nicht mehr belasten als unbedingt nötig.

Schafft es die Industrie, uns Autos so schmackhaft zu machen, geben wir auch gerne mehr Geld für den Alleskönner aus. Mal eben einen beleuchteten Schminkspiegel auf der Fahrerseite einzubauen, reicht eben nicht.

Kommentare… Kommentar hinzufügen…

5 Kommentare

Gratuliere Frau Petra Spescha !!!

Endlich traut sich "Frau" es aufs Papier zu bringen, dass
Frauen ein Auto für den alltäglichen Gebrauch kaufen -
obwohl sie auch technisches Wissen über Autos haben,
mehr aber auf das praktische schauen, und nicht
nur zum "possieren in Bikinis" fähig sind.
Gratuliere Frau Spescha !!!

Von Gast: Gast: Gitti am 17.02.2012 um 11:43

Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten

Emanzipiert nur, wenn man/frau die alltäglichen Dinge delegieren kann?

Emanzipation hin oder her, es ist eine Tatsache, dass nach wie vor Kindererziehung (wozu auch das Kinderwagenproblem gehört), Wochenendeinkäufe und Pflege der Eltern (Hilf mal einer/em 80jähriger/em in einen Porsche) von Frauen gewuppt werden. Wäre wünschenswert, wenn immer mehr Männer das (mit-)übernehmen.... Wenn all diese Parameter stimmen freue ich mich übrigens auch über ein "paar" PS mehr und Alufelgen mit Niederquerschnittsschlappen und...und...

Von Gast: Gast: Karin am 16.02.2012 um 18:00

Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten

und dahin ist die emanzipation

einige zeit hat es gedauert, bis ich diesen kommentar verdaut hatte, in dem frauen jedwede technische fähigkeit abgesprochen wird, aber hauptsache die einkaufstasche passt in den kofferraum. frau spescha, Sie wissen aber schon, dass es so etwas wie die emanzipation gegeben hat, die auch hoffentlich an Ihnen nicht spurlos vorüber gegangen ist? sollte man Ihnen unrecht tun und der kommentar ist ironisch gemeint, dann haben Sie das in Ihrem stil schlichtweg nicht fertig gebracht.

Von Gast: Gast: johann am 14.02.2012 um 22:13

Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten

Re: lieber herr johann

in der zeit, die Sie gebraucht haben, um den kommentar zu verdauen, hätten Sie ihn sich besser noch einmal gründlich durchgelesen. Dann hätten Sie gemerkt, dass in diesem kommentar den frauen eben gerade NICHT das technikverständnis abgesprochen wird und sie eben NICHT auf schminke & bikinis reduziert werden. frau spescha sagt doch nur, was kein Geheimnis ist: die emanzipierte frau braucht kein auto zum angeben, sondern in erster linie eines das praktisch ist; dem sollte die branche mehr beachtung schenken.

Von Gast: Gast: antonia am 16.02.2012 um 09:47

Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten

auuuu

ich weiß nicht von welcher art frau das stammt, aber mein (weibliches) leben besteht aus anderen parametern wie einkaufstaschen und kinderwägen - und damit auch der autokauf. im schlimmsten fall könnte ich auch selber einschätzen, wieviel inhalt ein kofferraum fasst. (logisches denkvermögen?) der kommentar ist eine watschen ins gesicht für alle selbständig denkenden frauen.
gratulation ans wirtschaftsblatt, petra spescha!!!

Von Gast: Gast: gast am 12.02.2012 um 12:19

Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten

mehr Kommentare…

Umfrage

Die Krise in Griechenland schreckt Urlauber ab. Gegenüber dem Vorjahr sind die Buchungen bereits um 30 Prozent zurückgegangen. Würden Sie Ihren Sommerurlaub in Griechenland verbringen?
  • >> Zum Zwischenergebnis