von Christian Kreuzer | 14.02.2012 | 00:32
Beobachtet: Zukunftsvorsorge - Weg mit der Förderung
Christian Kreuzer. Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge ist nicht förderungswürdig. Trotz Kürzung der Subvention lockt der Staat in ein falsches Produkt.
Christian Kreuzer
Die Regierung hätte mit dem Sparpaket die große Chance gehabt, die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge komplett zu reparieren. In ihrer jetzigen Fassung ist das Anlageprodukt jedenfalls nicht förderungswürdig. Allein die staatliche Subvention zu halbieren, bringt wenig. Denn mit der Förderung lockt der Staat die Bürger weiterhin in ein Produkt, das als Vorsorge in keinster Weise geeignet ist.
Und das aus mehreren Gründen: Jeder vernünftige Anleger weiß, dass er nicht alle Eier in einen Korb legen soll. Bei der Zukunftsvorsorge fließt das komplette Aktieninvestment - immerhin mindestens 30 Prozent der gesamten Summe - in Werte der Wiener Börse. Das war unter Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser auch so vorgesehen, um die Wiener Börse zu beleben. Aus Sicht der Börse erfreulich, fatal jedoch für die Sparer, die damit ein enormes Klumpenrisiko auf sich nehmen.
Mindestaktienquote mit Kapitalgarantie
Zum anderen wurde eine Mindestaktienquote von zuerst 40 Prozent (die nach einer Mini-Reform auf 30 Prozent reduziert wurde) mit einer Kapitalgarantie kombiniert. Diese hat sich in der Finanzkrise als verheerend herausgestellt. Viele Produkte wurden ausgestoppt, die Sparer hatten danach keine Chance mehr, am Aufwärtstrend an den Märkten mitzunaschen. Dementsprechend dürftig sehen die Renditen der Zukunftsvorsorge aus. Schuld daran sind auch die hohen Kosten, die im Gegensatz zu anderen Vorsorgeprodukten wenig transparent dargestellt werden. In Konsumentenschutzkreisen kursiert das Bonmot, dass die staatliche Förderung die Kosten des Produkts lediglich ausgleicht. Denkt man diesen Gedanken zu Ende, fördert der Staat nicht die Bürger, damit sich diese später in der Pension einen angemessenen Lebensstandard leisten können, sondern die Versicherungen und Fondsgesellschaften.
Mit halbierter Förderung wird die Rechnung für die 1,6 Millionen €, die einen Vertrag abgeschlossen haben, noch weniger aufgehen. Zu hoffen ist, dass die Anleger daraus zumindest jetzt die richtige Konsequenz ziehen und die Zukunftsvorsorge links liegen lassen. Und der Staat soll seine Subvention auf null zurückfahren.
1 Kommentar
Alternativen?
Welche attraktiven Alternativen gibt es für den 'Normalo', der EUR 10,- bis EUR 100,- im Monat vorsorgen will?
Von Gast: Gast: Gast AAA am 16.02.2012 um 14:42
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