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Die Gefahr aus dem Osten wird überschätzt

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15.02.2012 | 23:03

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Die Gefahr aus dem Osten wird überschätzt

Sissi Eigruber. Der totale Crash wird auch in dieser Krise nicht stattfinden.

WB/Peroutka

Analysten aus dem angloamerikanischen Raum werden nicht müde, auf das Osteuroparisiko hinzuweisen, dem Österreich ­ausgesetzt ist. So begründet auch Moody's seine jüngste Absenkung des Ausblicks für die Bonität der Republik Österreich unter anderem mit dem starken Osteuropa-Exposure der österreichischen Banken. Ein Hinweis, der berechtigt ist, aber in seiner permanenten Wiederholung und Betonung überzogen wirkt. Aus österreichischer Sicht ist die Osteuropa-Expertise vielleicht doch nicht unbedingt in Amerika oder England zu Hause. „Die können Bukarest von Budapest nicht unterscheiden", echauffiert sich eine Bankerin im persönlichen Gespräch über Ratinganalysten. Bei einer CEE-Bankenkonferenz in Wien gab ein britischer Moderator Kommentare zur aktuellen Lage in „Czechoslovakia" ab. Das mit Bankenvertretern aus Österreich und Osteuropa besetze Podium überging den Fehler - entweder aus Höflichkeit, oder weil sie Derartiges bereits gewohnt sind.

Natürlich bekommen die österreichischen Banken aufgrund ihres besonders hohen Engagements in Osteuropa jede Verschlechterung der Lage mehr zu spüren als ihre meisten Mitbewerber, aber der von vielen prophezeite totale Crash ist bereits nach der Lehman-Pleite ausgeblieben und wird auch in dieser Krise nicht stattfinden. Immerhin verzeichnen die meisten zentral- und osteuropäischen Länder im Gegensatz zu jenen in West- und vor allem in Südeuropa (!) vorerst ein Wachstum der Wirtschaftsleistung. So soll sogar Ungarn, das aktuelle „Enfant terrible" der Region, laut Internationalem Währungsfonds dieses Jahr zumindest mit einer schwarzen Null (plus 0,3 Prozent BIP-Wachstum) über die Runden kommen. Dort, wo sich in Osteuropa die BIP-Daten zunehmend eintrüben, liegen die Ursachen mehr im Westen als im Osten. Bricht die Wirtschaft in Deutschland ein, sinkt die Nachfrage für Autos aus tschechischer und slowakischer Produktion. Gerät Österreich in den Sog der Krise, verlieren rund fünf CEE-Staaten ihren größten ausländischen Investor. Vergeben die österreichischen Banken keine Kredite mehr, kommt es nicht nur in Ungarn zu einer Kreditklemme - um nur drei Beispiele zu nennen. Tatsache ist jedenfalls, dass die Rezession Europa erfasst hat. Ihr Verlauf scheint, was die Himmelsrichtungen betrifft, allerdings anderes zu sein als jener der Sonne: Begonnen hat alles im Süden. Nach Griechenland verzeichnen auch Italien und Portugal eine technische Rezession. Ob sich diese auch in Ost und West durchsetzen wird, bleibt vorerst offen.

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2 Kommentare

Trotzdem hatsich Österreich ein schlechtes Rating redlich verdient

Denn es ist nicht die Geographie die Österreich das schlechte Rating beschert (das wäre Wunschdenken), sondern ein Schuldenberg der jenen der meisten osteuropäischen Staaten weit in den Schatten stellt.
Der Schuldenberg der in Österreich über letzten Jahrzehnte angehäuft wurde ist mittlerweile so groß dass er selbst dem letzten Extrem-Optimisten in der Risikobewertung Angst macht. Naja und die diversen Sparpakete (auch die der Vergangenheit), die die diesen Berg abtragen sollen...tja, sagen wir so, da ist es einfacher die Alpen mit dem Teelöffel wegzuschaufeln

Von Gast: csag8074 am 16.02.2012 um 12:49

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sollten nicht unsere überzähligen (angehenden) geographielehrer.....

...kurse für angloamerikanische "ökonomen" und "analysten" (immer mehr komme ich zum schluss, dass der begriff direkt von "anal" abgeleitet wurde) anbieten. dann würden vielleicht die schlimmsten hoppalas nicht mehr passieren können.

Von Gast: Gast: Gast am 16.02.2012 um 08:14

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