Günter Fritz. Höchste Zeit, Parteienfinanzierung transparenter zu gestalten.
Der parlamentarische Korruptions-U-Ausschuss bringt Vorgänge ans Licht, die bisher in der Öffentlichkeit immer wieder vermutet, aber noch nie in dieser Deutlichkeit aufgezeigt wurden - nämlich wie geschmiert Geschäfte in Österreich laufen. So, wie der Lobbyist Peter Hochegger gestern bei seiner Einvernahme sein Business und die Art und Weise, wie er es durchführte, schilderte, blieb einem die Sprache weg. Über die Millionenbeträge, die er von der Telekom Austria für Öffentlichkeitsarbeit im weitesten Sinn über Jahre hinweg erhielt, konnte er nach Gutdünken verfügen und hat auch reichlich Gebrauch davon gemacht. Ihm ging es vor allem darum, im Interesse des Auftraggebers zu handeln und günstige Stimmung für den Telekommunikationskonzern - und auch andere Unternehmen im öffentlichen Einflussbereich - zu machen. Da war es dann selbstverständlich nötig, sich mit Politikern aller Couleurs ins Einvernehmen zu setzen, die allgemeine Meinungslage auszuloten oder im Fall von Regierungswechseln möglicherweise nicht genehmen personellen oder gesetzlichen Änderungen vorbeugend entgegenzuwirken.
Hochegger zog alle Register, die ihm zur Verfügung standen - nicht nur die kommunikationstechnischen -, und die Politik spielte willfährig mit. Den gelernten Österreicher verwundert das wenig, schließlich sprang für die handelnden Personen beziehungsweise Parteien auch einiges dabei heraus. Da ein unterstützter Wahlkampf, dort ein subventioniertes Büro, woanders eine Zuwendung für einen Verein oder eine Veranstaltung und wieder woanders der eine oder andere fette Auftrag.
Dass Hochegger mehrfach sagte, er sei „strafrechtlich gesehen unschuldig", moralisch betrachtet würde er heute manches anders machen, spricht Bände. Wenn Transparency Österreich-Chef Franz Fiedler eine Verluderung der politischen Sitten ortet, trifft er den Nagel auf den Kopf. Dass es dazu kommen konnte, hat auch mit mangelhaften gesetzlichen Regelungen zu tun. Es ist höchste Zeit, diese zu verschärfen und der ausufernden Korruption Einhalt zu gebieten. Dazu gehört auch, dass das Anfüttern von Amtsträgern und Politikern ebenso unterbunden wird wie verdeckte Parteispenden und Kickbacks. Mehr Transparenz ist das Gebot der Stunde.
eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, mögen sie sich noch so viele Dinge an den Kopf werfen, hinter den Kulissen haben sich unsere Politiker ja eh lieb ...
es müsste endlich klar werden, dass es nicht nur um die Regierung Schüssel geht. Der seltsame österr. Reflex zu versuchen ein bestimmtes politisches Lager in den Dreck zu ziehen ist mit ein Grund für die jetzige Lage. Es müsste doch möglich sein, die beteiligten Personen zur Verantwortung zu ziehen. Diesmal waren doch alle politischen Lager beteiligt. Diese Personen gehören ALLE zur Verantwortung gezogen, gleich welcher Partei sie angehören. Solange sich dieses Gesindel hinter Beratungsvertraege verschanzen kann (es gab ja auch schon früher eine telefonische ATS/EURO Beratung um 1 Mio abgeliefert)
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4 Kommentare
Sehr traurig
Angesichts dieser Umstände gibt es für mich nur mehr zwei ehrenwerte Parteien.
Nämlich die Partei der NICHT-Wähler und die der UNGÜLTIG-Wähler!
Von Gast: Gast: Gast am 20.02.2012 um 08:06
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Korrupt
eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, mögen sie sich noch so viele Dinge an den Kopf werfen, hinter den Kulissen haben sich unsere Politiker ja eh lieb ...
Von Gast: Gast: gast am 17.02.2012 um 09:43
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der Preis der Regierung Schüssel
sind korrupte Ministerien und leitende Akteure , denen heute noch immer nicht das Unrecht bewußt ist !
Von Gast: Gast: Monitor am 16.02.2012 um 19:08
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Re: natürlich nur schwarz-blau
es müsste endlich klar werden, dass es nicht nur um die Regierung Schüssel geht. Der seltsame österr. Reflex zu versuchen ein bestimmtes politisches Lager in den Dreck zu ziehen ist mit ein Grund für die jetzige Lage. Es müsste doch möglich sein, die beteiligten Personen zur Verantwortung zu ziehen. Diesmal waren doch alle politischen Lager beteiligt. Diese Personen gehören ALLE zur Verantwortung gezogen, gleich welcher Partei sie angehören.
Solange sich dieses Gesindel hinter Beratungsvertraege verschanzen kann (es gab ja auch schon früher eine telefonische ATS/EURO Beratung um 1 Mio abgeliefert)
Von Gast: Gast: analystp am 18.02.2012 um 17:43
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