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Griechenland pleite. Na und?

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von Hans Weitmayr | 07.02.2012 | 19:17

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Griechenland pleite. Na und?

Hans Weitmayr. Die Märkte reagieren gelassen. Die wirtschaftliche Erholung wird bereits einkalkuliert. Die bisherigen Finanzspritzen sind aber keine langfristige Lösung.

Man stelle sich vor, die aktuellen Querelen rund um die Griechenland-Rettung hätten sich vor einem Jahr zugetragen: Massive Kursverluste quer durch die Aktienmärkte wären die Folge gewesen, Finanztitel wären ins Rutschen geraten, Notenbanken hätten die Zinsen gesenkt ... klingt vertraut?

Ist es auch. All das haben wir bereits mehrfach erlebt - und offensichtlich hinter uns gebracht. Obwohl Griechenlands Politik einmal mehr die eigene Pleite riskiert, reagieren die Märkte gelassen.

Das liegt daran, dass ein Hellas-Default und eine milde Rezession bei den aktuellen Niveaus bereits eingepreist, ein Auseinanderbrechen der Eurozone in mehrere Blöcke sowie ein deutliches Schrumpfen der Wirtschaft inzwischen ausgepreist sind. Dazu kommt, dass die Märkte keinen Ist-Zustand abbilden, sondern Erwartungen an die Zukunft. Die Marktteilnehmer kalkulieren also schon die wirtschaftliche Erholung ein.

Dass man sich am Börsenparkett derartigen Szenarien hingibt, geschieht wiederum unter einer wichtigen Voraussetzung: Die Kontaminierungsrisiken durch Griechenland sind inzwischen deutlich reduziert.

Das ist tatsächlich der wichtigste Unterschied zur Situation des Vorjahres. Die EZB hat mit der halben Billion, die sie den Banken zur Verfügung gestellt hat, sowohl die Liquiditäts-, als auch die Finanzierungskrise der europäischen Peripheriestaaten kurzfristig gelöst und wichtige Zeit erkauft. Dafür sprechen die normalisierten Renditen am Anleihenmarkt.

Das Programm ist außerdem noch nicht beendet. EZB-Chef Mario Draghi wird eine zweite Banken-Kreditrunde durchführen, wieder mit unlimitierter Feuerkraft - Europas Banken dürfen in Billionen-Höhe zugreifen.
Dass diese Finanzspritzen keine langfristige Lösung sind, ist unbestritten. Sie helfen aber, das Problem Griechenland auf sein tatsächliches Ausmaß zu reduzieren - und das ist ein nationales. Die geordnete, zugegebenermaßen schmerzhafte Pleite Griechenlands und ein darauf folgender Marshall-Plan - ein Neustart also - erscheinen endlich möglich.

 

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