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Leitartikel: Das neue Griechen-Paket könnte klappen

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13.02.2012 | 17:51

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Leitartikel: Das neue Griechen-Paket könnte klappen

Wolfgang Tucek. Nicht das griechische Sparpaket, sondern die Entfernung Athens vom Finanzmarkt lässt die Chance auf eine anhaltende Wende wachsten.

Wolfgang Tucek

Es ist nicht das Votum im griechischen Parlament, das nach zwei Jahren teurem Rettungstaumel die Chance auf eine Wende für Griechenland und die anhaltende Einheit der Eurozone wachsen lässt. Denn Besserung gelobt haben dieselben Athener Kandidaten im Dezember schon einmal ohne größere Folgewirkung. Vielmehr ist es die längerfristige Entfernung Athens vom Finanzmarkt, welche das zweite Hilfspaket gewährleisten und die Griechen von den derzeitigen Phantasiezinsen jenseits der dreißig Prozent dauerhaft abkoppeln soll.

Denn die Spreads der restlichen Peripherieländer sinken und günstig kann das griechische Problem die Retter in keinem Fall mehr kommen. Auch der als Lösung vorgeschlagene Austritt Griechenlands aus EU und Eurozone würde der Union nicht die Finanzierung des kaputten Staats vor ihrer Haustür abnehmen, nur die Einflussmöglichkeiten würden weiter sinken. Die griechischen Banken kollabierten, kein zurechnungsfähiger Investor sonst gäbe noch Geld.

Von griechischer Seite auf Schiene gebracht

Selbst der IWF würde wohl endgültig aussteigen und die Union mit ihrem Patienten alleine lassen, weil von der Schuldentragfähigkeit dann nicht einmal mehr ansatzweise die Rede sein könnte, welche der IWF für seine Notfinanzierungsprogramme braucht.
Daher ist es positiv, dass das zweite Rettungspaket inklusive Privatschuldenschnitt trotz aller Verzögerungen und Winkelzüge von griechischer Seite auf Schiene gebracht wurde.

Am Mittwoch treffen einander wieder die Eurofinanzminister um die Verhandlungen abzuschließen. Zwar ist es nicht sehr ermutigend, dass Oppositionsführer Antonis Samaras von der konservativen Nea Dimokratia gleich wieder von Nachverhandlungen spricht und Finanzminister Evangelos Venizelos sich zuweilen mehr um seine Führungsrolle bei den griechischen Sozialisten statt die Verhandlungen über die Reformprogramme kümmert. Doch nach der Wahl im April bleibt in Athen politisch ohnehin kein Stein auf dem anderen.
Daher werden die Griechen wohl noch etwas stärker als bisher unter Aufsicht gestellt - Berlin und Paris basteln an einem Sperrkonto für den Schuldendienst.

Mangelnde Umsetzung

Die Diskussionen um die mangelnde Umsetzung der Reformen werden zwar nicht so rasch aufhören, wegen des Privatschuldenschnitts die Rückzahlungen in den kommenden Jahrzehnten aber deutlich gedrückt. Hauptgläubiger Griechenlands werden inzwischen IWF, Euroländer und der Rettungsschirm EFSF und entziehen es so dem direkten Zuriff der Märkte - Ansteckung und noch größerer Schaden für die Eurozone wären vorläufig abgewendet.

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