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Leitartikel: Deutschland oder Europa?

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von Wolfgang Unterhuber | 16.01.2012 | 03:32

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Leitartikel: Deutschland oder Europa?

Wolfgang Unterhuber. Das Ende des Euro wäre nicht das Ende der Welt.

WB/Mayr

Heute Montag wird sich zeigen, wie nachhaltig die Herabstufung von neun Euro-Ländern durch die Ratingagentur S&P an den Märkten durchschlagen wird. Über das Wochenende waren sich die meisten Experten jedenfalls einig: Die Auswirkungen werden gering sein. Die Abstufung sei bereits eingepreist. "Das sorgt einen oder zwei Tage für schlechte Schlagzeilen" zitiert das deutsche Handelsblatt Jakob F. Kirkegaard vom Peterson Institute for International Economics. Sein Fazit: "Das wird schnell vergessen sein."

Das mag übertrieben sein, aber letztendlich muss man die Kirche wirklich im Dorf lassen. Bereits Anfang Dezember hat S& P 15 der 17 Euro-Staaten unter verschärfte Beobachtung gestellt. Damals war also schon absehbar, dass Österreich seine Bestnote verlieren könnte. Oder hat jemand ernsthaft geglaubt, dass die Welt den Atem anhält, weil unsere Regierung eine Schuldenbremse beschließt? Wir sollten uns daher nicht länger mit Schuldzuweisungen und Weltverschwörungstheorien beschäftigen sondern mit der europäischen Zukunft. Und die hat Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel in der Hand. Deutschland hat seine Bestnote behalten. Nachdem Frankreich als zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft das Triple A verloren hat, wird Deutschland noch mehr Garantien für den Rettungsschirm schultern müssen, um diesen aufzuspannen. Eine schwere Bürde für das deutsche Triple A. Umgekehrt birgt eine Herabstufung des Rettungsschirms ebensolche Risiken. Und der neue Rettungsschirm ESM ist auch keine dauerhafte Lösung, weil das Geld für eine echte Firewall ja trotzdem nicht da ist.

Deutschland hat die Wahl: Weiter wie bisher, im Vertrauen auf die Sanierungsfähigkeit der Krisenländer, oder eine Schocktherapie. Das wäre der Austritt aus der Euro-Zone, wie ihn Linde-Chef Wolfgang Reitzle im Handelsblatt andenkt. Zunächst würden der Export einbrechen und die Arbeitslosigkeit rapide steigen. Doch nach fünf Jahren könnte Deutschland im Vergleich zu den asiatischen Wettbewerbern viel stärker dastehen als heute, glaubt Reitzle.

Das Ende des Euro wäre für Deutschland und angekoppelte Länder wie Österreich also nicht das Ende der Welt. Aber es wäre das Ende jenes Europas, wie wir es kennen. Schocktherapien können starke Bewusstseinsveränderungen auslösen. Und Euro-Land ist noch lange nicht verloren. Wir sollten über einen Plan B ohne Tabus nachdenken - das ist legitim und notwendig. Aber zunächst sollte Kanzlerin Merkel Europa noch eine Chance geben.

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1 Kommentar

Das Ende der Welt nicht aber...

... vermutlich das Ende der EU. Damit können dann die Nationalisten wieder das tun was ihnen nun fast 70 Jahre verwährt blieb- Kriege gegen den/die unliebsamen Nachbarn führen um sich sebst zu profilieren. Von Außerhalb Europas werden derartige Entwicklungen sich auch positiv gesehen, Denn immerhin kann man dann mit den Europäern lukrative Waffengeschäfte machen. Um den Absatz anzuheizen muss man nur die naven Staaten gegeneinander aufwiegeln...

Von Gast: csag8074 am 18.01.2012 um 13:00

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