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Leitartikel: Die Hellas-Zündschnur ist verlängert

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von Hans Weitmayr | 22.02.2012 | 00:32

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Leitartikel: Die Hellas-Zündschnur ist verlängert

Hans Weitmayr. Das Wichtigste: Eine weitere Kontaminierung der Eurzone blieb aus

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Sieht man sich die gestern erzielte Einigung zum Thema Griechenland an, so bleibt zur Beschreibung des Abkommens eigentlich nur ein Adjektiv: atemberaubend. Zwar ist dieses in diesem Zusammenhang nicht nur positiv zu werten-einen Teilaspekt kann man jedoch nicht hoch genug würdigen: Obwohl das Land de facto in eine geordnete Pleite geschickt wurde und die Privaten durchaus substanziell am Schuldenerlass beteiligt wurden, blieb das aus, wovor die Verantwortlichen zu Beginn der Krise gewarnt hatten: eine Kettenreaktion. Die weitere Kontaminierung in Form steigender Renditen an den Anleihemärkten der Peripherieländer blieb grosso modo aus, Spanien gelang am selben Tag sogar eine erfolgreiche Auktion neuer Schulden. Das ist der Tatsache zu verdanken, dass man mit den diversen Schutzschilden sowie den erfolgten und noch anstehenden Eingriffen der EZB in den Kreditmarkt der Banken genügend finanzielle Feuerkraft positioniert hat, um die Märkte dort in Schach zu halten, wo es am wichtigsten ist: am Markt für Staatsanleihen, über den sich funktionierende Nationen refinanzieren.

Dass das Problem Griechenland somit isoliert erscheint, kann als Errungenschaft nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie stellt den wichtigsten Schritt auf dem Weg zu einer Lösung der Europa-Krise dar. Aber eben nur einen. Der zweite müsste dahin gehen, die Märkte davon zu überzeugen, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone kein Fiasko mehr darstellt. Wir haben in den vergangenen Tagen bereits erste Anläufe in diese Richtung erlebt -denn alle Beteiligten wissen, dass die Kreditlinien für Griechenland nur eine Verlängerung der Zündschnur darstellen. Rechnet man die einschlägigen IWF-Daten durch, die von einem weiteren Schrumpfen des BIP bei einem gleichzeitig auftauchenden, deutlichen Defizit ausgehen, ist zu befürchten, dass der Gesamtschuldenstand des Landes bereits Ende dieses Jahres bei 120 Prozent des BIP liegt -und das unter Berücksichtigung des Schuldenerlasses von mehr als 100 Milliarden €.

Will das Land aber die Vorgaben für die EU/IWF-Kreditlinien erfüllen, muss es bis 2020 diesen Verschuldungsgrad etwa halten. Das heißt: Das Land müsste wohl ab dem nächsten Jahr ausgeglichen bilanzieren. Will man die Realitätsnähe des Gelingens dieses Vorhabens beschreiben, solange man in Griechenland mit dem Euro zahlt, kommt man nicht umhin, zu fragen, wie wahrscheinlich fliegende Schweine und eine zufrierende Hölle sind.

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