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Dialog-backdrop Leitartikel: Sparpaket - Eine österreichische LösungWolfgang Unterhuber. „Schulden machen“ ist Bestandteil des Staatsvertrages. Die Vorgeschichte ist bekannt. Im Spätherbst wurde die Regierung erleuchtet. Erstmals stand da der Verlust des „Triple A“ im Raum. Die Regierung begriff, dass das den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig gefährden würde. Daraufhin begaben sich der Kanzler und sein Vize aus dem Souterrain großkoalitionärer Rangeleien (z.B.: Bundesheerdebatte) in die höheren Stockwerke der realpolitischen Herausforderungen. Ergebnis: Verhandlungen über ein Sparpaket. Sparen! Was für jeden Unternehmer in volatilen Zeiten eigentlich Alltagsgeschäft ist, kommt in der österreichischen Innenpolitik einer Kulturrevolution gleich. Seit Bruno Kreisky ist „Schulden machen“ gleichsam Bestandteil des Staatsvertrages. Die ÖVP-Regierungsbeteiligung seit über 25 Jahren hat daran nichts geändert. Es ist deshalb zu befürchten, dass aus dem angekündigten Sparpaket die berühmt-berüchtigte österreichische Lösung wird. Erstens hat die Regierung nicht den Mut für ein Schmerzpaket. Zweitens sieht es die österreichische Brauchtumspflege vor, dass so ein Paket den Segen der Interessensvertretungen erhalten muss. Und in Österreich haben laut Ex-Minister Johannes Ditz nur die Gartenzwerge keine Interessensvertretung. Was kommt also heraus? Das faktische Pensionsalter wird angehoben werden. Aber natürlich nicht sofort und mit Ausnahmen. Die Invalidenpension wird verschärft werden. Spätestens am Sankt Nimmerleinstag. Außerdem würden ja die Ärzte entscheiden, wer invalid ist und wer nicht. Man könne da eigentlich gar nichts machen, sagen die Reichsbedenkenträger. Höhere Abschläge bei Frühpensionen? Ja – aber ebenfalls mit Ausnahmen. Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst? 1000 Beamte im Jahr weniger will der Kanzler. Klingt toll. Nur werden pro Jahr ohnedies schon 900 Beamte abgebaut, rechnet der ehemalige Rechnungshofpräsident Franz Fiedler vor. Und die Förderungen? Österreich ist hier ja europäischer Spitzenreiter. Da wären Milliarden zu holen. Dummerweise sind die Fördermilliarden wesentlicher Bestandteil der nationalen wie regionalen politischen Agitation, mit denen man sich zumindest Wohlverhalten erkaufen kann. Kaum vorstellbar, dass die Politik mit dem Buschmesser in den Förderdschungel eindringen wird. Richtige Sparpakete sehen jedenfalls anders aus. Aber wir Österreicher sind ja kreativ und machen ein „Sparpaketerl“. Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Kommentare…
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2 Kommentare
herr unterhuber,
...solche analyseweltmeister wie sie haben wir zu hauf!
es geht einmal ums tun, ums machen! mir scheint, dass macht und postiver einfluss des jornalismus seit der bacherschen orf-ära vollkommen geschwunden sind, ja, dass sie - die journalisten - sich überwiegend ungern mit den "mächtigen" im land - die nur aufgrund mangelnden widerstandes so "mächtig" sind - anlegen und ihre eigenen privilegien gefährden wollen. der "aufstand" der orf-journalisten wird ausgehen wie das hornberger schießen! rückgrat, der in österreich am meisten fehlende bestandteil der österreichischen psyche!
Von Gast: Gast: gast am 13.01.2012 um 10:24
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Das Sparpaket wird folgende Entwicklung fortschreiben!
Entwicklung der Staatsausgaben:
2016: 190.000 = 501% (Hochrechnung)
2011: 152.091 = 404 %
2005: 121.934 = 321 %
2000: 107.830 = 284 %
1995: 98.188 = 259 %
1990: 70.139 = 185 %
1985: 54.848 = 145 %
1980: 37.905 = 100 %
Daten des BMF
Entwicklung VPI, Verbraucherpreisindex
2016:......235% (Hochrechnung)
2011:......214 %
2005:......196 %
2000:......178 %
1995:......166 %
1990:......141 %
1985:......127 %
1980:......100 %
Daten der Statistik Austria
Bei den Hochrechnungen wurde die gleiche Entwicklung für die Periode 2011 bis 2016 angenommen. Zur Finanzierung der Gier der Parteibonzen wird Österreich eine Abgabenquote von 70% brauchen!
Dann wird die Regierung auch doppelt so viele Ruhegenüsse von 50.000.- Euro pro Jahr (bis weit über 100.000.- Euro pro Jahr) unter dem Titel "Soziales" buchen können, aber auch doppelt so viele Menschen in manifester Armut zählen dürfen.
Das ist doch kein regieren, das ist nur noch abkassieren!
Von Gast: Gast: ET am 12.01.2012 um 18:12
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