von Michael J.Mayr | 08.02.2012 | 17:33
Wie Österreich wieder zur Skination wird
Michael J.Mayr. Glosse.
Nichts ist selbstverständlich. Und schon gar nicht umsonst. Das haben sogar schon Österreichs Lehrer heraußen. Ohne VIP-Paket für ein Pisten-Schnupperwochenende fährt keiner mehr auf Schulskikurse ab.
2600 Lehrer machen diese Saison von dem Salzburger „Lehrer-Pflegeprogramm" Gebrauch. Blöd nur: Es reicht nicht, dass sich's die Lehrer skimäßig gut gehen lassen. Ihren Schülern verkauft man deswegen nicht mehr Skikurse. Die Zahl hat sich in dreißig Jahren fast halbiert.
Beginn der Skileidenschaft. Damit die Rechnung der Pistenkaiser aufgeht und Österreich wieder das Skireich wird, das es zu Zeiten von Toni Sailer und Karl Schranz war, braucht es mehr, als Lehrer einzuwickeln. Bei elf Milliarden € Winterumsatz und 280.000 Arbeitsplätzen gilt es, die Claims abzustecken, bevor es - horribile dictu! - die Schweizer tun. Das beginnt bei der Geburt. Ein Hauberl mit ÖSV-Logo für jedes rotweißrote Putzi wär schon mal ein Anfang. Die Spitäler würden beginnen, Schwangere zu keilen. Bei 60.000 Skiunfällen Minimum pro Saison wäre das Kundenbindung.
Konsequent sollte man der Nation niedrigere Heiztemperaturen verordnen. Das würde uns gegen die Kälte beim Pistenflitzen abhärten und die Erderwärmung bremsen. Dann schmelzen die Pisten langsamer, es braucht weniger Beschneiung, Liftkarten werden billiger. Das sollte die Grünen gesprächsbereit machen für eine Verfassungsänderung in Richtung Skimonarchie. Statt eines Präsidenten sollte ein Skikaiser den nationalen Grüß-August machen.
Die Wahl könnte via ORF-Show erfolgen. Hermann Maier oder Peter Schröcksnadel statt Heinz Fischer an der Staatsspitze, das würde sogar Erwin Pröll gefallen.
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